Paul Schneider-Duncker heute morgen gestorben

Einer der Letzten aus der groBen Zeit des deutschen Kabaretts, Paul Schneider-Duncker, ist heute morgen in seiner Hamburger Wohnung, 73 Jahre alt, gestorben.

Mit "Paule", den man einen König der Chansonniers", den "Vater des Kabaretts" genannt hat, ist eine der liebenswertesten Erscheinungen der internationalen Kleinkunst dahingegangen. Es war in der letzten Zeit sehr still um ihn geworden. Lange hatte er an den Folgen eines Unfalls gekränkelt, auf dem Brettl sah man ihn nicht mehr, zuweilen hörte man noch eine Aufnahme über den Rundfunk ? nun kommt plötzlich die Nachricht von seinem Tode, die in weiten Kreisen noch einmal jene Berliner Jahre seiner Glanzzeit wehmütig in die Erinnerung zurückrufen wird . . .

Schneider - Duncker stammte aus Krefeld; er war ein Enkel des Verlagsbuchhändlers Alexander und ein Großneffe des Berliner Bürgermeisters Hermann Duncker. Auf dem Gebiet des Varietes und des Kabaretts war er einer der bedeutsamsten Talententdecker; eigentlich sind alle großen Namen einmal "bei ihm gewesen". Er hat Unternehmen in Berlin und Zürich geleitet und als Nachwuchsförderer allezeit eine besonders glückliche Hand gehabt. Seine "Standardnummern" ? das "Ladenmädchen" etwa, oder die "Flundern" ? werden unvergessen bleiben. Wenn wir auch die von seinem Vortrag untrennbare Mimik nie mehr werden erleben können.

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