Verordnungen für die Bundeswehr / Mützen ohne Knick

Spesen klein geschrieben

Von unserer Bonner Redaktion

Vo. Bonn, 6. September

Äußerst" Sparsamkeit soll das oberste Gebot bei den Repräsentationspflichten der Bundeswehr sein. Das hat Verteidigungsminister Blank gestern angeordnet. Er machte einen dicken Strich durch die Spesenrechnungen von Bundeswehrsoldaten.

Das Verteidigungsministerium weist darauf hin, daß nur begrenzte Mittel zur Verfügung stünden. Für Einladungen an Dienststellenleiter, Behörden- und Pressevertreter seien keine Mittel vorhanden. "Anträge in dieser Hinsicht sind daher erfolglos und belasten nur den Schriftverkehr." Auch für Einladungen eines Standortältesten an alliierte Kommandeure sei kein Geld vorgesehen. Eine Erwiderung ausländischer Einladungen müsse deshalb auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

"Aus gegebener Veranlassung" wird weiter darauf hingewiesen, daß Dienstwagen nur zu Dienstfahrten benutzt werden dürfen. Dabei sei ein strenger Maßstab anzulegen. Fahrten mit Dienstkraftwagen, die "nur der Bequemlichkeit dienen", seien verboten. Untersagt ist auch die Mitnahme von Familienangehörigen.

Die Mützen der Soldaten werden ge- ändert. An Stelle der bisherigen Form der Schirmmütze mit einem runden Deckel und großen Schirm sollen bei Heer und Luftwaffe Schirmmützen mit ovalem Deckel beschafft werden. Die Mützen werden "ohne den Mützendraht im inneren Tellerrand getragen". Knicke, (auf

die die Soldaten früher so großen Wert legten, weil .sie nach ihrer Meinung "schneidig" wirken) sind verboten. Die bisherigen Metallabzeichen bei Offizieren werden durch gestickte Abzeichen in Aluminiumgespinst ersetzt.

Eigenes Schuhwerk, eigene Strümpfe und eigene Oberhemden dürfen von den Soldaten nur getragen werden, wenn sie in Form und Farbe nicht von der Militärbekleidung abweichen. Slipper, Rin-

gelsöckchen und grüne Hemden sind nicht erlaubt. Das Tragen eigener wei- ßer Oberhemden zum Ausgehanzug bei privaten Anlässen hingegen wird gestattet.

"Freiwillig" sollen schließlich künftig die Bundeswehrsoldaten jedes ranghöhere und ranggleiche Mitglied der NATO-Streitkräfte grüßen. Bisher bestand eine Grußpflicht nur gegenüber direkten Vorgesetzten.