Urteil im Prozeß Plautz: Gefängnis und Geldstrafe

Mysteriöses Konsortium wurde "abgefunden"

Der ehemalige CDU -Bürgerschaftsabgeordnete Willi Plautz wurde gestern von der Großen Strafkammer 8 wegen Vergehens gegen das GmbH.-Gesetz zu einem Jahr Gefängnis und 900 DM Geldstrafe verurteilt. Der mitangeklagte Bauunternehmer Herbert Thumim erhielt unter Einbeziehung einer bereits verhängten Strafe wegen Betruges zwei Jahre Gefängnis. Die Angeklagten wollen Revision einlegen.

Das Gericht sah nach vierezhntägiger Verhandlung als erwiesen an, daß Willi Plautz als Geschäftsführer der "Wohngemeinschaft Eichenstraße GmbH" durch Untreuehandlungen die Gesellschafter erheblich gefährdet habe.

Einem "mysteriösen Konsortium" seien aus der Kasse der Wohngemeinschaft 10 000 DM als "Abfindung" überwiesen worden und einen weiteren Betrag von 6000 DM habe unberechtigt die Wirtschaftsgruppe Bau erhalten. Diese Zahlungen müssen nach Ansicht des Gerichts in die eigenen Taschen der Angeklagten geflossen sein. Durch falsche Buchungen hätten die Angeklagten versucht, den tatsächlichen Verbleib der Gelder zu verschleiern.

Der Angeklagte Thumim wurde für schuldig befunden, einen Rechtsanwalt betrogen zu haben. Als dieser, sc heißt es in der Begründung des Urteils, die Gesellschaftsanteile Thumims übernahm,

erklärte der Angeklagte wider besseres Wissen, daß sein Anteil voll eingezahlt sei. Dem Anwalt sind daraus erhebliche Schwierigkeiten erwachsen.

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