Heinrich Stebener und Karen Lennartz, beide H. T. v. 1816, gewinnen die Hamburger Kunstturn-Meisterschaften

Junge Turner: Neue Meister

Eigener Bericht

H. R. Hamburg, 20. März

Die am Sonnabend und Sonntag in der Turnhalle Ritterstraße durchgeführten Hamburger Kunstturn-Meisterschaften endeten mit einem Erfolg der Jugend. Heinrich Stebener, H. T. v. 1816 gewann mit 109,35 Punkten die Zwölfkampf-Meisterschaft der Turner und Karen Lennartz vom gleichen Verein holte sich den Achtkampf der Turnerinnen mit 75,80 Punkten. Damit hat sich auch in Hamburg die junge Generation mit 22 und 18 Jahren an di" Leistungsspitze gesetzt. Berücksichtigt man weiter, daß unter den vielen Teilnehmern der verschiedenen Meisterschaften die Jugend stark vertreten war, so darf man wohl behaupten, daß diese Kunstturn-Meisterschaften für den Hamburger Turnverband einen Wendepunkt in der künftigen Entwicklung bedeuten.

Dennoch sollen die Leistungen nicht überschätzt werden. Gegenüber dem Leistungsdurchschnitt lm Deutschen Turnerbund liegt Hamburg erst im Mittelfeld. Neben den beiden Jungen Siegern lieferten die Altmeister Richard Stelter vom Eimsbütteler Turnverband und Hilde v o n G e h r vom gleichen Verein ein beachtliches Gefecht. Sie turnten sich an die zweite Stelle und bewiesen damit erneut Ihre Stärke.

Bei den Turnern ergab sich nach den Pflichtübungen eine Spitzengruppe aus Stebener, Windolf, Stelter und dem letzten Hamburger Meister Albusberger (BT 60). Sie lagen nur 0,75 Punkte auseinander, so daß die Kürübungen bis zum letzten Gerät voller Spannung verliefen. Während Albusberger bald zurückfiel, lagen die beiden Eimsbütteler und der 16er Stebener dicht zusammen. Bis zum Reck hatte -sich Stebener eine beruhigende Führung von 0,95 Punkten gegenüber Stelter herausgeturnt und konnte kaum seine Meisterschaft mehr verlieren. Dennoch gab es bei der Wertung für Stelter am Reck ? er erhielt 8,8 Punkte ? viel Mißfallen und wir meinen, daß diese Übung wenigstens 9,2 Punkte hätte erhalten müssen. Mag sein, daß hier der Maßstab nicht richtig lag. An der endgültigen Entscheidung hat es aber kaum etwas geändert.

Meister am Reck wurde Stebener mit 18,15, ebenfalls am Barren mit 19,05 und lm Bodenturnen mit 19,15 Punkten. Im Pferdsprung siegte Stelter mit 18,55 und an den Ringen mit 18,85 Punkten. Am Seit-Pferd, das auch diesmal wieder die große Klippe war, ging die Meisterschaft mit 17,95 Punkten an Windolf, ETV- Die Meisterschaft an den einzelnen Geräten setzt sich aus den Ergebnissen von Pflicht und Kür zusammen. Bei den Turne-

rinnen errang am Barren Karen Lennartz mit 19 Punkten und am Pferd Hilde von Gehr mit 19,35 Punkten den Titel.

Zwölfkampf, Männer und Junioren: 1. Stebener, HT v. 1816, 109,35; 2. Stelter, ETV, 108,25; 3. Windolf, ETV, 107,90; 4. Albusberger, BT 60, 106,10 Punkte.

Achtkampf, Turnerinnen: 1. Karen Lennartz, 1816, 75,80; 2. Hilde von Gehr, ETV, 74,55; 3. Dina Sönnichsen, ETV, 72,35; 4. Karla Ulber, 1816, 72,35; 5. Ute Gebhardt, 1816, und A. Peters, St. Pauli, 72,05 Punkte.

Gymnastischer Viarkampf, Turnerinnen: 1. Claudia Sprude, Pinneberg, 38,10; 2. Christa Maassen, 1816, 36,55; 3. Elisabeth Albers, 1816, 35,75; 4. Karin Schermann, 1816, 34,25 Punkte.

Junioren-Zwölfkampf: 1. Leymann, ETV, 104,10; 2. Lüthy, BT 60, 101,90; 3. Bahde, 1816, 101,10 Punkte.

Junioren-Zehnkampf: 1. Bartels, HTB, 85,49. Senioren-Zwölfkampf, Gauklasse: 1. Pangratz, Tschft. Harburg, 106,95.

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