Verkehrstagung in Hamburg / Verdienstkreuz fttr HHA-Direktor

Vorfahrt für Straßenbahn?

Feierstimmung heute vormittag im Festsaal des Rathauses. Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm verlieh dem Direktor der Hamburger Hochbahn, Dr.-Ing. Friedrich

Lademann, das

GroBe Verdienstkreuz. Dai geschah Im Beisein von rund 500 Verkehrsexperten des In- und Auslandes, die anläßlich der 60. Wiederkehr der Gründung dei ?Vereins

Deutscher Straßenbahn- und Kleinbahn- Verwaltungen" nach Hamburg gekom inen waren.

Die Straßenbahn steht im Mittelpunkt der Tagung, die gestern und heute vom "Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe" und vom "Verband Deutscher nichtbundeseigener Eisenbahnen" veranstaltet

wurde. Bei den Besprechungen wurde bekannt, daß sich mehrere deutsche Städte mit dem Plan befassen, ihre Stra- ßenbahnen stellenweise unter die Erde zu verlegen.

Im übrigen erwarten die Verkehrsfachleute, daß man den Straßenbahnen wieder Sonderrechte gibt. "Es geht nicht an", so argumentiert man, "daß eine vollbesetzte Straßenbahn warten muß, nur well nach den heutigen Verkehrs bestimmungen jedes Fahrzeug von rechts Vorfahrt hat."

Aus wirtschaftlichen Erwägungen wehren sich die Verkehrsbetriebe auch gegen Bestrebungen, die Länge der Omnibuszüge von 20 auf 18 Meter herabzusetzen oder den Anhängerbetrieb ganz zu untersagen.

In den beiden Verbänden sind insgesamt 402 deutsche Nahverkehrsbetriebe zusammengeschlossen. Mit ihren Fahrzeugen wurden 1954 insgesamt 4,8 Milliarden Personen befördert. hn.

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