Glanzvoller Festabend bei der Harburger Turnerschaft von 1865

Nationalriege in Harburg

Eigener Bericht

H.R. Hamburg, 5. Juni

Am Sonnabend eröffnete die Harburger Turnerschaft aus Anlaß ihres 90jährigen Bestehens ihre Festwoche mit einem großartigen Festabend in der vollbesetzten Friedrich-Ebert-Halle. Neben vielen Ehrengästen und der gesamten Verelnsfamille stand die Deutschlandriege im Mittelpunkt der Veranstaltung, die unter Führung von Adalbert Dickhut großartige Leistungen bot.

Durch den Sprecher des Deutschen Turnerbundes, des Harnburgeer Turnverbandes und der Hamburger Turnerschaft v. 1816, Max Fried hoff, erhielt der Vorsitzende der Harburger Turnerschaft Heinrich Schröder im Auftrage von Dr. Kolb, Frankfurt, dem Vorsitzenden des Deutschen Turnerbundes, die höchste Auszeichnung des DTB, den Ehrenbrief und die große Ehrennadel. Wilhelm Rönnau, Obersportwart und Walter Janz, Schwimmwart, bekamen den Ehrenbrief des Hamburger Turnverbandes überreicht. Welch eigenartiger Zufall, daß schon einmal vor fast hundert Jahren ein Sprecher der Hamburger Turnerschaft von 1816, A, Bollmann, den Anlaß zur Gründung der Harburger Turnerschaft gab und jetzt am Jubiläumstag ein Sprecher des gleichen Hamburger Vereins die hundert Jahre alte Freundschaft, zwischen den beiden Turnerschaften aufs neue besiegelte.

Die Vielseitigkeit der Jahnschen Ideen in der Pflege des Leibes und der Seele wurde am Festabend besonders erlebt ? Turnerinnen und Turner spielten selbst die rauschende Egmont-Ouvertüre. Gymnastischer Tanz, chor'ischer Tanz und deutsches Lied paarten sich harmonisch mit der bis ins Letzte gesteigerten Betätigung des Leibes am Gerät, dargestellt durch die Deutschlandriege mit Dickhut, Frenger, Gauch, Mildt, Linke, Windolf, Stebener.

Möge die gute und zuverlässige Arbeit des Harburger Vereins in einer fast hundertjährigen Betätigung für die Leibesertüchtigung des Volkes nun auch bald die letzte Krönung finden In ejner großen Turn- und Sporthalle für alle Harburger, damit, was einstmals die Ideallsten auf dem Sandmoor entstehen ließen, angepaßt an unsere heutigen Verhältnisse, die Richtung weist für ein weiteres Jahrhundert.

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