500jährige8Lttneburger Baudenkmal kann nicht erhalten werden

"Viskulenhof" abbruchreif

Eigener Bericht

P. Lüneburg, 30. Januar

Ein kleiner Schatten fällt auf die Vorfreuden zur 1000-Jahr-Feier, auf die sich die alte Salzstadt Lüneburg allmählich vorbereitet. Der "Viskulenhof", eines der bekanntesten, alten Baudenkmäler der Stadt, ist rettungslos verloren. Schweren Herzens haben sich die Denkmalspfleger dazu entschließen müssen, ihre Zustimmung zum Abbruch dieses über 500 Jahre alten Patrizierhauses zu geben.

Einen Steinwurf vom Lüneburger Hafen entfernt, erbauten um 1450 Angehörige des alten Handelsgeschlechts der Viskuli sich jenen umfangreichen Wohnkomplex, der Jahrhunderte hindurch ihren Namen trug. Kaum ein Gast oder Liebhaberphotograph, der bei einem Lüneburg-Aufenthalt nicht dem alten Gebäude einen Besuch abgestattet hätte.

Außerdem wurde der "Viskulenhof" weit über die Grenzen der Heidestadt berühmt durch Julius Wolffs Roman "Der Sülimeister". Ein Sohn des alten Handelsgeschlechts Hinrich Viskule und der Viskulenhof waren Mittelpunkt dieses vielgelesenen Romans Alt-Lüneburgs.

Die Zeit war stärker als alle Bemühungen der Menschen, das "legendäre" Haus zu erhalten. Seit 30 Jahren schon war das Vorderhaus "zum Tode verurteilt". Jetzt müssen Bauamtsangehörige unserer Tage Stein um Stein, Sparren um Sparren abtragen lassen, um Menschen nicht zu gefährden. Ein Trost: der alte, malerische Wohnhof mit den Galerien vor den Wohnungen im Obergeschoß, durch einen engen, dunklen Gang erreichbar, bleibt erhalten. Aber wie lange noch?

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