Bürgerschaft soll Geld für den Ausbau der Straße nach Schneisen bewilligen

Straße verliert ihren Schrecken

| Lesedauer: 3 Minuten

27 Tote und 297 Verletzte ? das sind die Opfer, die eine einzige Straße Hamburgs in zweieinhalb Jahren forderte: die Strecke zwischen U-Bahnhof Hoheluftchaussee und Schneisen. Eine erschütternde Bilanz. Das soll jetzt anders werden. Mit einem Kostenaufwand von fast zehn Millionen DM soll dieser Straßenzug ausgebaut werden. Morgen will sich die

Bürgerschaft damit beschäftigen.

Vom Hochhausviertel am Grindel bis holt auf diese untragbaren Zustände hinzur Endstation der Straßenbahnlinie 2 gewiesen und Abhilfe verlangt, in Schneisen sind es nur rund 7,5 Kilo- Was soll jetzt geschehen? Der Senat meter. Auf diesem Abschnitt registrierte fordert von der Bürgerschaft die Nachdie Polizei seit dem 1. Januar 1952 an- bewilligung von 950 000 DM für den sonähernd 500 Verkehrsunfälle. Eine unge- fortigen Ausbau der Friedrich-Ebertheuerliche Zahl! Worauf sind diese Un- Straße. Außerdem sollen Verj)flichtunf alle zurückzuführen? Die Verkehrs- gen bis 765 000 DM zu Lasten des Etats experten wiesen es genau: 1955 eingegangen werden. Das Tiefbau? Auf die einseitige Lage der Stra- ""* """* für das gesamte Projekt eine

R , , i . ° Bauzeit von vier Jahren vorgesehen. Benhanngieise. Noch vor Weihnachten soll mit den Ar? Auf die enge Fahrbahn, die teil- beiten begonnen werden.

weise einschließlich der Gleise Die "Landstraße erster Ordnung nur 5,70 m breit ist. Nr. 77" - so heißt es in der Mitteilung ? " r j T7 i-i r* j ? _ des Senats ? soll eine Gesamtbreite von ? Auf das Fehlen von Radwegen. 24 Metem erhalten: 13 Meter für die

Man sollte sich nicht täuschen: Der Fahrbahn, 2,50 Meter für die beiderseiti- Lokstedter Steindamm und seine Ver- gen Radwege mit Schutzstreifen und längerungsstraßen, die berüchtigte Kol- 3 Meter für die Fußwege. Die Gleise der laustraße und die Friedrich-Ebert- Straßenbahn sollen in die Mitte der Straße, gehören heute zu den meistbelasteten Ausfallstraßen Hamburgs. Zahllose Kraftfahrer benutzen, wenn sie aus Richtung Kiel kommen, nicht etwa die Kieler Straße, um in die Innenstadt zu gelangen, sondern sie biegen bereits bei Burgwedel ab. Der Weg über Schneisen, Niendorf und Lokstedt ist in der Tat ein wenig näher.

Hinzu kommt die Straßenbahn, die die Überbelastung dieser Straße noch unhaltbarer macht. Zwar nur eine Linie, aber während der Hauptverkehrszeit im Dredminuten-Betrieb. Und das Schlimmste: Die Gleise liegen stellenweise nicht in der Mitte der Fahrbahn, sondern seitlich. Die Kraftfahrer wissen manchmal nicht, ob sie vor der Straßenbahn nach rechts oder nach links ausbiegen sollen. Das Hamburger Abendblatt hat wieder

Fahrbahn gelegt werden. Die Gesamtkosten werden mit zehn Millionen DM veranschlagt. Es ist vorgesehen, die Arbeiten in fünf Abschnitten durchzuführen:

Vom Niendorfer Gehege bis zur Wendlohstraße (1530 m).

Vom Vogt-Cordes-Damm bis Niendorfer Gehege einschließlich Umgestaltung des Niendorfer Marktplatzes (etwa 900 m).

Von der Wendlohstraße bis zur Endstation der Linie 2 (980 m).

Vom Grandweg bis Vogt-Cordes- Damm einschließlich Umgestaltung des Siemersplatzes und zwar in zwei Etappen (3300 m).

Nach Angaben der Hochbahn müssen die Straßenbahngleise zwischen dem Niendorfer Gehege und der Wendlohstraße noch in diesem Jahr ausgewechselt werden. Die Hochbahn beabsichtigt gleichzeitig, das zweite Gleis zu verlegen. Daher wird bereits in diesem Rechnungsjahr der geplante Ausbau dieser Strecke notwendig, damit die Gleisarbeiten der Hochbahn zugleich mit den Straßenbauarbeiten durchgeführt werden können, hn

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1954