Eberhard von Wiese fragt ? Publikumslieblinge antworten

Zehnmal die Wahrheit

Silvester ist man etwas freigiebiger als sonst mit der "Preisgabe" ?eines Innenlebens. So dachten wir uns: Heute ist der richtige Augenblick gekommen, um einmal tief in den abgründigen Topf der geheimsten Gedanken zu greifen. Sechs Publikumslieblinge mußten daran glauben und zehn hochnotpeinliche Fragen wahrheitsgetreu beantworten. Ulk und tiefere Bedeutung standen Pate dabei.

Eigentlich taten tie mir alle entsetzlich leid, alt ich die zehn spitzen Fragen- Pfeile auf sie abschoß. Und ihre Gelichter waren zuerst ziemlich verzweifelt. "Was ist Wahrheit?" ? das hat schon der selige Herr Pilatus gefragt. Sie, für die Scheinwerferlicht nichts änderet ist alt für uns eine 40-Watt-BUrolampe, hatten plötzlich Lampenneber, alt tie den Vorhang vor ihrem Innenleben lüften tollten: Luise Ullrich und Hildegard Knef, O. W. Fischer und Max Schmeling, Lombard und Dirks Paulun. Aber dann "leckten sie Blut". Die Geschichte machte ihnen Spaß ? und sie sagten: H-i-ne-i-n ...

Des lind die zehn Fragen "hinter der Tür". (Im Vertrauen: Sie können auch Tante Minna und Onkel Emil fragen. Dat gibt sicher großen Silvesterspaß.) 1. Sie haben drei Wünsche frei, was

würden Sie sich wünschen?

-.Welches war der größte Fehler, den

Sie in Ihrem Leben begangen haben? S. Weichet war der blther glücklichste

Augenblick In Ihrem Leben?

, 4. Was haben 81e sich bei Ihrem ersten

Kuß gedacht?

5. Wenn Ihr Haut abbrennen würde,

was würden Sie auf Jeden Fall retten? 8. wie würden Sie reagieren, wenn ein

Alptraum Wirklichkeit würde und Sie Minden am hellen Tage im Nachthemd auf dem Jungfernstieg? 7. Wenn Sie noch einmal auf die Welt

klmen, welchen Beruf würden Sie dann ergreifen?

8. Wonach sehnen Sie sich im Innersten

Ihres Heraent am meisten?

-.Wenn Sie 100 000 DM iteuerfrei geschenkt bekamen, was würden Sie damit anfangen?

JO.Wenn Sie noch einen Tag zu leben

hatten, wie würden Sie den verbringen?

Und wie sogen lieh unsere Publikumslieblinge aus der Affäre? Hier sind die Antworten:

Luise Ullrich:

"Nachtwache",

"Vergiß die Liebe nicht" und jetzt "Regina Amstedten" sind dieNachkritgi-Filmitarlonen Luise Ullrichs. Unvergessen aber di" "Annelie" dieser ebenso klupen tuie scharmanten Schauspielerin des rume üWtfderBtthne.

l£#Etn "wuntchtote" Jierantao ge*mde r Familie, etoe;frönüche Welt" ? ? 3. "Kölner. (Wi" soll Ich mich mit vergangenen Dingen belasten?")

3. ?Ein glückliches Lebensgefühl hatte

ich nach der Entwarnung, wenn alles gut vorüberging."

4. "Das Ist Ja reichlieh intim." 8. "Die Kinder und warme Sachen.'' fl. ?Ich würde denken: Hoffentlich erkennt mich keiner!"

7. "Als Frau würde ich vielleicht Schauspielerin werden, all Mann würde ich was Richtiges lernen."

8. "Nach einem verlorenen Paradies." 9. "Nachzählen."

10. "Schlafpulver nehmen und gemütlich zu Bett gehen."

Hildegard Knef:

Frage 3 . . .'

Aus einer kleinen Schauspielerin im

Trümmer-Berlin wurde der internationale Star. Die "Sünderin" wandelte jetzt ihr Gesicht in Zuckmouere in Hamburg verfilmter JLiebctoeichiehte". In Hamburg -Volksdorf ist Hilde su Haut.

1. "Friede! Für mich! Für alle!" 3. ?Ich habe einige begangen ? mochte

aber keinem den Vorzug geben . ? ." 3. ?Hohes Gericht! Ich verweigere die

Auslage!"

4. Hoffentlich ist et nicht der letzte!" 0. "Bestimmt dai Verkehrte!" 0, "Auf den nächsten Passanten zugehen und fragen: ? Sagen Sie, wie lind Sie Überhaupt angezogen?" T. "Denselben ? wenn man mich laßt." 8. "Weiß man dat wirklich?"

9. "tln Ferienheim für deutsche Jouma. littet einrichten ..." Och nehme Sie beim Wort! Der Vertaner.)

10. ?Mit weiterem Nachdenken über

O. W. Fischer:

Ar bricht die Herten serienweise seit dem "Träumenden Mund". O.W. Fischer, Partner Hildegard Kneft in der "Liebesgeschichte", ist eben als beliebtester deutscher Filmstar dtsjahrtsl$5$ durchs Ziel gegangen. Neue Filmziele locken 1954.

-^.Ruhj zum ersten, zum zweiten, zum nj^|i^)ej^i^|^^^#'^ 'Ucht

8. "Na, hören Sie...?" 4. ?Das ist alles?"

8. ?Meine Frau, die kleine und die große

Katz"!

6. ?Der Schicklichkeit halber ein Pyjama

kaufen."

7. "Plutokrat."

8. "Siehe Nr. 1 . . ."

9. "In die Alster streuen . . ."

10. ?Grog bestellen und das Hamburger

Abendblatt studieren."

Max Schmeling:

Max Schmeling ruht nicht aus auf seinen internationalen Bor-Lorbeeren. Mit Anny Ondra, "einer blonden besseren Hälfte, hat er vor HamburgsToren eineMuster-Pelztierzucht geschaffen.Und sein Eierlikör hat auch einige .Unten".

1. ?Gesundheit, gute lange Ehe, gute

Erfolge."

3. "Überlasse ich dem Leser." S. "Hochzeitstag."

4. "Gar nichts ? war zu jung."

8. "Meine Frau und die Tiere." 6. "Mondsüchtig tun und Taxe rufen." 7. "Denselben."

6- "Ruhe und Aufregung." 9. "Betrieb vergrößern."

10. "Ich würde an meinem letzten Lebenstage alle Journalisten einladen, die mich im Laufe der letzten 20 Jahre jeden Silvester mit Fragen gequält haben, und ihnen in den Kaffee Strychnin tun." (Lieber Max Schmeling! Das glaube ich Ihnen auf keinen Fall. Der Verfasser.)

Dirks Paulun:

Missingsch wie Dirks Paulun sprechen, das möchten viele, die nicht mit Eibwasser getauft sind. Aber auch die "Geborenen" werden gern noch zulernen bei diesem liebenswürdigen Poeten und Kabarettisten.

Liebes Hamburger Abendblatt, "zehnmal die Wahrheit" ? das ist zuviel verlangt! Wahrheit kann man nur in ganz winzigen Portionen sagen, sonst ist man geliefert. Nicht bloß, weil man sich der Mitwelt enthüllt, sondern schon, well man selbst mit zuviel Wahrheit nicht fertig wird! Aber ein paar Kleinigkeiten will ich auf Ihre scheußlich indiskreten Fragen antworten, genau so wahrhaftig, wie es wahrscheinlich die andern tun. I.Drei Wünsche soll ich frei haben? (Wollen, s i# die erfüllen? Oder die Leser? Öder eanV^teFeeälJästans; eine Südaeelntel "für zu zweit", gans

dicht bei Hamburg. Zweitens: Gerne, d. h. noch mehr Genie. Drittens: noch mehr Schönheit und Sympathie.

3. Über seine Fehler schwieg "Ich Dirks

Paulun aus. Der Verfasser.

8. Der glücklichste Augenblick in meinem Leben war vielleicht, als ich aus Rußland auf Urlaub kam und mich gleich in die eigene Badewanne legte (das Weitere schmeckte schon nach Abschied).

4. "Huhn", habe ich beim ersten richtigen Kuß gedacht, weiter kam ich nicht mit dem Denken. 5. Keine Antwort.

6.1m Nachthemd auf dem Jungfernstieg? Ich könnte mich vielleicht als Wanderprediger tarnen. Aber weil ich ja nichts dafür könnte, fröhlich herumhopsen. So einen Spaß und so eine Reklame hat man nicht jeden Tag! (Übrigens trage ich keine Nachthemden.)

7. Als Beruf im nächsten Leben? Trotzdem Schriftsteller!

8. Wonach ich mich am meisten sehne?

"Im Innersten ' meines Herzens" herrscht kein Gleichstrom, sondern dreiphasiger Wechselstrom. Abwechselnd: Arbeitsrausch ? Ruhe ? Lebensgenuß, aber alles richtig saftig! 9. Hunderttausend Mark sollten ja

langen, um eine Motorjacht mit Schreibtisch und Koch für ein paar Jahre Weltbummel zu chartern? Wegen des Wiederkommens!

10. Noch einen Tag zu leben? D a könnte

man einmal die Wahrheit sagen. Einen Dankesbrief an das Leben und an die meisten Menschen ? sie würden sich schon gemeint fühlen ? und einen sau ... - ehrlichen Brief an einige eitle Hohlköpfe. Aber die würden sjch wieder mal nicht gemeint fühlen.

Nu man zu, erfüllen Sie . . .!

Ihr Paulun

Lombard:

Lombards Hauptbeschäftigung ist's nicht nur, funkelnagelneue Hundertmarkscheine zu verteilen. Lukullisch kochen und zünftig schreiben kann er auch. Das tut er, wenn er mal nicht rings um Hamburg wandelt.

I.Ich hätte sogar nur einen Wunsch.

Richtig zaubern können wie die großen Magier im Märchen. Die anderen beiden Wünsche würde ich ein gute Freunde übertragen.

3. Daß ich 20 Pfund zugenommen habe. 3. Als meine Frau mich fragte, ob ich

sie heiraten wolle.

4. Hoffentlich kommt jetzt niemand. 5. Meinen Hundertmarkschein. s. Nichts wie rein ins nächste Taxi. 7. Gar keinen, siehe Nr. 1. 8. Nach Ruhe und Frieden.

9. Eine Wohnung ganz nach meinen ? -??? Wünschen einrichten. ; 10. Gut ausschlafen, wer weiß, was das

"Jenseits bringt.