Die Schweiz gewinnt den Kunstlurn-Länderkampl mit 347,20:343,65 Punkten

Schwächen an Pferd und Ringen

Eigener Bericnt

Zürich, 17. Mal

12 000 Zuschauer feierten begeistert den Sieg ihrer Nationalmannschaft über die deutsche Riege, die lm dritten Länderkampf mit 847,20 : 343,66 Punkten unterlegen blieb. Bei gleichwertigen Leistungen an Reck und Barren sowie bei den Freiübungen und Im Pferdsprung offenbarte sidi einmal mehr die Schwäche der Deutschen am Seit-Pferd und an den Ringen. Der deutsdien Mannschaft fehlt die notwendige Kraft, um diese international so wichtigen Geräte sicher tu meistern. Die oftmals kühnen Übungsteile am Seit-Pferd nützten nichts, weil die letzte Vollendung ausblieb. So war der Sieg der Schweizer schon nach dem zweiten Gerät am Seit-Pferd entschieden, obwohl Weltmeister Eugster bei seiner Meisterschaftsübung am Barren stürzte und mit 7,85 Punkten außerhalb der Wertung blieb.

Die deutsche Riege mit Bantz, Dickhut, Theo Wied, Overwien, Kiefer, Erich Wied,

Frenger und Nieling mußte auf den noch von Paris verletzten Pfann verzichten, der das Ergebnis zugunsten der deutschen Riege hätte beeinflussen können. Die Schweizer setzten Stalder, Eugster, Tsdiaboed, Günthard, Lehmann, Schwarzentruber, Thalmann und Gebendinger ein, ihre zur Zeit stärkste Besetzung.

Bei strenger Wertung standen die Leistungen allgemein auf hoher Stufe, und wenn die deutsche Mannschaft mehr Sorgfalt auf die Behebung ihrer Schwächen legen würde, könnte sie auch wieder den Schweizern ein gefährlicher Gegner werden. Vorläufig fehlt aber das Zwecktraiming, und dadurch wirken die Übungen am Pferd und an den Ringen unsicher.

Eine weitere Sorge der Deutschen bleibt der mangelnde Anschluß der Nachwuchskräfte. Das wird aus den gestrichenen Noten erkennbar, die bei den Schweizern wesentlich höher als bei den Deutsdien liegen. Der krönende Abschluß des Turnens am Reck forderte noch einmal alle Turner heraus, sich gegenseitig zu überbieten. Um wenige Zehntel gewann die Schweizer Riege bei einem Durchschnitt pro Turner von 9,75 gegenüber 9,7 der Deutsdien, also bei ausgezeichneten Ergebnissen auf beiden Seiten. Schweiz Deutschland

Barren 57,10 57,30 Pferd-Seit 57,65 55,30 Pferd-Sprung 57,95 57,70 Ringe 58,00 57,00 Freiübung 87,95 58,15 Reck 58,55 58,20

347,20 343,65

In der Einzelwertung siegte Weltmeister Stalder überlegen mit 59,10 Punkten und erhielt am Rede die einzige "Zehn" des Tages. 2. Bantz (D) 58,10, 3. Tsdiabold (S) 57,95, 4. Dickhut "(D) 67,80, 5. Overwien (D) 57,30, 6. Günthard (S) 57,10, 7. Eridi Wied (D) 57,00, 8. Lehmann (S) 56,95, 9. Gebendinger (S) und Theo Wied (D) 56,80 Punkte.

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