Proteste gegen geplante neue Bombenwürfe auf Helgoland

.Starker moralischer Schock"

Deutsche Presse-Agentur

Bttsum, 14. Januar

Die Nachrichten von neuen Bombenabwürfen auf die Insel Helgoland am 19 und 20. Januar hat bei den Busumer Fischern Unruhe und Bestürzung ausgelöst. In einer Sondersitzung betonten Vertreter der Fischer mit allem Nachdruck, daß die Stürme der letzten Wochen und die verschiedenen Schiffsuntergänge bewiesen hätten, wie wichtig zu jeder Stunde eine so schützende Insel wie Helgoland werden könne Die Bombenabwürfe auf die Insel mußten völlig eingestellt und Helgoland als Nothafen so schnell wie nTöglich ausgebaut und vor allem befeuert werden. Der Kreispräsident von Norderdithmarschen, Bundestagsabgeordneter Hermann Glüsing, sagte in Heide zu der Ankündigung neuer Bombenabwurfe, daß diese Nachricht ihn außerordentlich überrasche. Kreispräsident Glüsing versicherte, er werde an höheren Stellen intervenieren, da die Schiffahrt Helgoland als Schutzhafen nicht einmal für wenige Tage entbehren könne. Auch

habe sich die deutsche Öffentlichkeit innerlich schon auf der" Wiederaufbau der Insel eingestellt, so daß sich eine neue Bombardierung als ein starker moralischer Schock auswirken müsse. Ebenso äußerte der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Landkreistages, Landrat Carl Hannemann, er würde es außerordentlich bedauern, wenn es wieder zu Bombenabwürfen auf Helgoland käme.

Patrouillenboot eingezogen

Deutsche Presse- Agent ür

Kiel, 14. Januar

Das Patrouillenboot der Royal Air Force, das bisher während der Bombenabwürfe auf Helgoland die Gefahrenzone um die Insel absperren sollte, wird am 31. Januar eingezogen. Nach einer Mitteilung des britischen Landeskommissars an den schleswig-holsteinischen Innenminister hat es sich in der Praxis als unmöglich herausgestellt, die Insel während der für die Bombenübungen vorgesehenen Zeit hinreichend zu kontrollieren.