See- und Binnenschiffahrt Luftverkehr

Fahrlässige Navigation Unter der Bundespostflagge

Eigener Bericht

m. Hamburg, 25. März

'Gestern nachmittag lief als eines der ersten deutschen Tracht- und Passagierschiffe die 4300 t tragende "Cläre Hugo Stinnes" im Rahmen der Ozean-ZStinnes-Linlen nach Kuba-Mexiko-US-Golf unter der neuen deutschen Bundespostflagge aus. Im Grofltopp wehte neben dem "Blauen Peter" der gelbe Stander mit schwarz-roter Umrahmung und dem P o s t h o r n in der Mitte. Ein Waggon Poet für Kuba und Mexiko befindet sich an Bord.

Im Rahmen dieses Liniendienstes befinden sich aur Zeit fünf Schiffe in Fahrt

Eigener. B erlchi..

1. Hamburg, 25. März

Das seeamt Hamburg verkündet" folgenden Spruch:

"Am 2. März 1952, kurz nach 23 Uhr, Ist das Motorschiff ,A. H. Both' auf der Reise von Emmingham nachMaimö nördlich Helgoland auf die Klippen gefahren und am 4. März mit schweren schaden wieder abgeschleppt worden. Der Unfali Ist auf ungünstige Sichtvenhältaisse, Besteckversetzung und fahrlässige Navigation des Kapitäns zurückzuführen, welche darin liegt, daB zu spät mit Lotungen begonnen worden ist (§ 25 Seeunfalluntersuchungsgesetzr. Zu beanstanden Ist die unordentliche Tagebuchfllhrung. Es sind keine ordnungsgemäßen Eintragunigen über die Kurse gemacht worden. Weiter ist zu beanstanden, daß eine Gezeitentafel nicht an Bord gewesen ist. Die Maßnahmen nach dem Unfall geben zu Bemerkungen keinen Anlaß."

In dem Gutachten des Bundesbeauftragten hatte dieser- festgestellt, daß der Kapitän der "A. H. Both" nach dem Passieren "der Leuchttonne P 2, die deutlich und nahebei gesichtet worden war, 17 Stunden nichts mehr gesichtet hat, was für den Kapitän ein sicheres Zeichen war, daß er bei einer Sicht von zwei bis drei Seemeilen beträchtlich vom Kurs abgekommen sein mußte. Häufige Lotungen hätten ihm mindestens Gewißheit darüber verschaffen können, ob er nördlich oder südlich vom Zwangswege stand. Es ist überhaupt kein Strom berücksichtigt worden. Er beantragte daher, ein Verschulden gegen den Kapitän wegen mangelhafter Navigation festzustellen.

Luftdiplome für Äquatorüberquerung

Gestern nachmittag verlieh die PAA (Pan American World Airways) im Hotel Atlantic anläßlich der 38 000. Atlantiküberquerung der Gesellschaft mehrere Diplome, die die Äquatortaufe dokumentieren. Zwei Fluggast" hatten den Äquator überflogen; einer hatte die Datumsgrenz" überflogen, aber später den verlorengegangenen Tag durch Rückflug wieder autgeholt, und ein anderer Passagier war um die ganze Welt gereist. Die PAA, die über ein Personal von etwa 20 000 Mar" ln der ganzen Welt verfügt, besitzt etwa IN Flugzeuge.

In diesem und im nächsten Jahr will sie ihren Park auf etwa 220 Maschinen ver. größern.