Vom Schiffsjungen aus Hamburg zum Ägyptologen

Otto Neubert überlebte den Fluch des Pharao

In Hamburg lebt ein Mann, der es vom Schiffsjungen zum Ägyptologen brachte und dem Fluch des ägyptischen Pharaonen Tutanch-Amon widerstand. Es ist Otto Neubert, dessen spannendes Buch "Tut-anch-Amon, Götterfluch und Abendland" im Köster- Verlag, Hamburg-Blankenese, erschienen ist.

Eigener Bericht

gkl. Hamburg, 31. Dezember

Eine Zigeunerin weissagte dem jungen Otto Neubert, daß er einst Ozeanen und Orkanen trotzen würde. Dem Vater gefiel das Orakel nicht. Er warf die Alte hinaus. Dennoch! Neubert kam 1908 nach Hamburg, wurde Fahrensmann und stillte auf Schiff splanken sein Fernweh. Der Ozean wurde ihm zur Universität. Das bittere Ende der Schiffahrt nach dem ersten Kriege warf auch diesen Seemann an den "Strand". Nun studierte er Sprachen und orientalische Geschichte.

Ein Zufall kam zu Hilfe. Die "Hamburg-Süd" wurde auf diesen Mann aufmerksam, und er wurde Propagandist und literarischer Mitarbeiter dieser Schiffahrtslinie. Seefahrer reisen allgemein an der Geographie vorbei und lernen die Häfen der Welt nur des

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der "Hamburg-Süd", reiste er durch aHe Länder Europas, vom arktischen Norden zum klassischen Süden, nach Amerika, Afrika und dem Orient; nette Reisebücher waren das Ergebnis.

Dann eine eigenartige Reise. Mit einer Empfehlung des britischen Botschafters ausgerüstet, fuhr Neubert nach Ägypten. Minister ' Morcos Bey Hannäh, ein Freund der Deutschen, sandte Neubert 700 km nilaufwärts nach Theben, der Stadt des Gottes Amon. Hier hat der britische Archäologe Dr. Carter nach fünf jähriget Arbeit das Wundergrab Tut-anch-Amons gefunden; es war die Sensation jener Tage.

Neubert war als Gast des großen Forschers mehrmals in den Grabkammern. Obwohl Diebe sie vor 3350 Jahren heimgesucht hatten, fand man noch 3500 Gegenstände: 15 goldene Särge, Schreine, Sessel, Betten, Truhen, Kleider, Statuen, Waffen und vieles andere mehr. An der Königsmumie saßen 134 Goldgeschmeide. Ein Sarg aus purem Gold wog sechs Zentner, die vier goldenen Särge für Eingeweide wogen je 15 kg.

Mit interessanten Photos heimgekehrt, hielt Neubert Vortrage an verschiedenen Universitäten und förderte das Interesse an der Ägyptologie, der er nun selbst verfallen war. Neubert lernte Hieroglyphen lesen, reiste ein Jahr später wieder nach Ägypten, danach noch einmal. Carter war immer noch beim Durchforschen de" Grabes. Zehn Jahre hat er dazu gebraucht. Alles sollte unbeschädigt der Nachwelt überliefert werden. Auch Neubert forschte in den Grüften heiliger Stiere und Krokodile, durchstreif te Pyramiden, Götterund Totentempel.

"Der Tod wird jeden mit seinen Schwingen erschlagen, der den Pharao stört!" So warnt eine Inschrift am Grabe Tut-anch-Amons. Dieser Fluch hat viele Opfer unter denen gefordert, die mit dem Ausgrabungen zu tun hatten. Warum sie starben, ist nie recht geklärt worden. Der erst* war Lord Carnarvon, der die Ausgrabungen finanziert hatte. Er war von einem Skorpion gestochen worden, einem Insekt, das den Ägyptern hellig war. "Es ist aus mit mir, ich bin bereit!" waren seine letzten Worte. Plötzlich ging dat Licht aus, die Krankenschwester erschrak, der Lord war tot Bald starb sein Bruder Aubrey. Dann Carters Sekretär, Monate später dessen Vater. Danach "ii&er AgyptologevEwiJyne, -SHate, und als '"Douglas Reed oy^Jtamfe geröntgt hatte, war es aui4i uj|h ihSrescftehen. Neubert : ' zählt in selaejtn BiÄe'l^ Personen auf, die in mystischer eise gestorben sind ? durch den F^uch Her Götter? Dr. Carter aber ist alt tfeworden, und Otto Neubert erfreut sieb, noch heute guter Gesundheit. Sein .Bibch über den Untergang der Kulturen Ägyptens, Babyloniens und Griechenlands ist fesselnd wie ein Kpiminalrcftnan.