Schwere Vorwürfe gegen Bürgerschaftsmitglied Plautz

Abgeordneter ausgeschlossen

Eigener Bericht

eg. Hamburg, 10. September

Die CDU-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft hat den Abgeordneten Willi Plautz aus der Fraktion ausgeschlossen. Der Fraktionsvorsitzende Erik Blumenfeld hat dazu mitgeteilt, Plautz habe in grobfahrlässiger und unverantwortlicher Weise sein Mandat mißbraucht. Die Fraktion werde um der Sauberkeit in der Politik willen weiter beantragen, Plautz aus der Bürgerschaft auszuschließen. Plautz ist auch vom zuständigen Ausschuß des Landesverbandes der CDU aus der Partei ausgeschlossen worden.

Der 57jährige Abgeordnete Plautz ist erst nach dem Krieg nach Hamburg gekommen. In die Bürgerschaft ist er seit 1949 gewählt worden. Er ist dort nur wenig hervorgetreten. Er hat ein Architektur- und Ingenieurbüro und ist als Geschäftsführer verschiedener Baugenossenschaften tätig. Auf diesem geschäftlichen Gebiet sind die gegen ihn gerichteten Vorwürfe zu suchen.

Der Abgeordnete erklärte uns, bis gestern abend nichts von einem gegen ihn schwebenden Verfahren gewußt zu haben. Er werde das Farteigericht anrufen; er habe sich auch sofort nach Bonn gewandt Was man gegen ihn vorbringe, beruhe auf Unwahrheiten.

Zu dem beabsichtigten Antrag an die Bürgerschaft auf Ausschließung ist zu sagen, daß die hamburgische Verfassung als erste deutsche Verfassung dem Parlament ein Säuberungsrecht gegeben hat. Im Falle Plautz würde sich die CDU-Fraktion auf die Bestimmung stützen, daß die Bürgerschaft einen Abgeordneten ausschließen kann, wenn er sein Amt um persönlicher Vorteile willen mißbraucht.

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