Berlin nach Kampf auf Platz vor Leipzig

Hamburg siegt im Kunstturnen

Der "Ute Drei - Stttdte - Kampf im Kunstturnen zwischen Berlin, Hamburg und Leipzig hat von seiner Bedeutung nichts eingebüßt. Nachdem die Hamburger nun zum ersten Male in der Ernst-Merck- Halle diesen Wetttoampt durchführen konnten, hatten auch sie ein ausverkauftes Haus. Damit war die richtige Stimmung gegeben, als die TurneT der drei Städte am Nnchmittag unter den Strahlen der Jupiterlampen der Wochenschauen die Bühne betraten.

Die Vorwegnähme der Übungen am Boden und am Pferd-lang brachte noch keine Entscheidung. Hamburg iührte zwar mit 150,6 Punkten vor Berlin mit 150,3 und Leipzig mit 147,2 Punkten. Berlin war besser als in früheren Jahren und beherrschte trotz mancher älteren Turner dde Boden- Übungen und den Sprung sehr gut. Die drei Riegen hatten einige Jüngere Kräfte eingesetzt, die sich durchaus bewährten..

Am Barren vergrößerte Hamburg zwar knapp seinen Vorsprung, doch blieb Berlin dichtauf. ErstamPferd-selt legte Hamburg drei Punkte vor, und hinterließ einen guten Eindruck. Die Hamburger haben sich zweifellos an diesem schweren Gerät verbessert, und ein nachsichtiges Kampfgericht wertete milde. Aber schon an den Ringen änderte sich das Bild. Berlin und Leipzig bevorzugten das Schwungtumen, Hamburg die ruhigen Ringen. Trotz beachtlicher Leistungen von Lelninger und Stelter aus der Hamburger Riege, die mit 9,95 Punkten bewertet wurden, reichte es nicht gegen Berlin und Leipzig, die an dem schwingenden Gerät den weit besseren Durchschnitt erzielten. So schmolz der knappe Vorsprung dahin, und Berlin war wieder dichtauf .

Das Reck mußte also wieder die Entscheidung bringen. Hier drehte Hamburg mächtig auf und konnte den Erfolg sicherstellen. Leipzig vermochte nicht ganz mitzuhalten Und versuchte mit beachtlichen Nachwuchsturnern Anschluß zu gewinnen. Die Leistungen zeigten eine Aufwärtsentwicklung gegenüber früheren Begegnungen Das Turnen in den drei Städten ist besser geworden, und besonders Hamburgs Vertretung hat einen erstaunlich guten Durchschnitt herausgeholt, mit dem sie heute Jeder Städteriege gefährlich werden kann. Wenn man von einer verunglückten Ringe- übung Asches absieht, der unbedingt Schwung turnen mußte, war kein Versager zu verreichnen. Das Experiment mit dem Jungen Bernd Krüger aus Bergedorf ist geglückt. Krüger turnte gut und sicher und sollte sich damit einen festen Platz ln der Riege erarbeitet haben.

Die B e r 1 i n e r hatten in Boll und Lorenz Ihre stärksten Stützen, die erst kürzlich ln

einer ostdeutschen Vertretung Im LSiuJerkampf gegen Bulgarien turnten. Bockenauer, der zum 30. und Klwatschinsld, der aum 32. Male In den jetzt 48 Begegnungen mitwirkte, halben trotz ihrer Jahre noch ein erstaunlich sicheres Könntn. Sie woMen sich erst beim 50. Wettkampf zurückziehen, in der Hoffnung, daß dann auch der Berliner Nachwuchs eingesetzt werden kann, der in Hamburg mit gutem Erfolg begann.

Leipzigs Turner hatten den schwersten Stand. Sie erwarteten keinen Erfolg, obwohl Herold als Zweiter herauskam und zum ersten Male Boll, Berlin, schlug. Auch die Sachsen hatten mit zwei jungen Turnern guten Erfolg. Die technische Durchführung in der Kongreßhalle, geturnt wurde aul einem Podium, ließ nichts zu wünschen übrig. Sehr angenehm empfand das Publikum die Wertung aller Turner ohne Streichungen. Die telephonische Wertungsübertragung an d"3 Kampfgericht bewährte sich gut. Leider war die Ernst-Merck-Halle dem Regen nicht gewachsen und leckte an verschiedenen Steinen erheblich. Das war für die betroffenen Gäste weniger schön.

Ergebnisse: Hamburg: Pferdapnung 79,46, 66 Punkte.

75,35, Barren 75, Pferd-seit 73, Ringe 73,80, Beck 7S.50, gesamt 44T.10 Punkte;

Berlin: Plerdsprung 75,66, Boden 74,55, Berren 74,55, Pferd-seit 70,46, Ringe 75,15, Reck 74.35, gesamt 444,70 Punkte;

Leipzig: Pfenisprung 74,36, Boden 72,86, Barren 73,25, Pferd-seit 70,20, Ringe 74,36, Reck 72,75, gesamt 435,76 Punkte.

1. Stelter (Hamburg) 5",20, 2. Herold (Leipzig) 58,10, 3. BoH (Berlin) 57,96, 4. Schröter (Hamburg) 57,60, 5. Leininger (Hamburg) 57,30, 6 Kribdc (Hamburg) 5",56, T. Lorenz (Berlin) 56,40, 8. Bockenauer (Bertin) 56,16, 9. Schumacher (Leipzig) 56,05, 10. Wasgindt (Berlin)

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