Bantz, Dickhut, Kiefer und die Wieds

Kunstturner in der Rangliste

In einer Rangliste, die vier Gruppen umfaßt, zieht Dr. Göhler (Würzburg), der Pressewart des Deutschen Turnerbundes, eine Jahresbilanz für die Kunstturner, wobei er nicht nur die Ergebnisse der Meisterschaften berücksichtigt, sondern auch einen Querschnitt durch alle großen Kunstturnwettkämpfe von 1951 für seine Rangliste zugrunde legt, so daß eine mögliche Überbewertung des augenblicklichen Stärkeverhältnisses vermieden wird. Hieraus ergeben sich für die erste Gruppe mit Bantz, Dickhut, Kiefer, Erich und Theo Wied fünf Kunstturner, von denen in diesem Jahre jeder schon jeden geschlagen hat. Bantz siegte beim Landerkampf gegen die Schweiz in Frankfurt, Dickhut war beim Luzerner Vorkampf bester deutscher Einzelturner und Jakob Kiefer holte sich den deutschen Meistertitel. Erich Wied bewies wiederholt, daß er jeden Konkurrenten ausstechen kann, während sein Bruder Theo in Florenz der beste Mann in der deutschen Riege war.

Schwarzmann hatte Pech

Gauch, Nieling, Overwien, Schwarzmann und Stangl bilden die zweite Gruppe, wobei Schwarzmann seinem Können nach bestimmt noch für Gruppe I in Frage käme, wäre er mehr an größeren Wettkämpfen beteiligt gewesen. So blieb es bei seinem mißglückten Versuch von Bochum. Schwarzmanns Olympiagefährte von 1936, Inno Stangl, hatte zwei große Erfolge, wurde aber auch mehrmals von der Jugend und Frische der Gauch, Nieling und Overwien geschlagen. Gerade Overwien war gegen Ende des Jahres so weit fortgeschritten, daß bereits 1952 sein Sprung ln Gruppe I erfolgen kann. Für die Einstufung des 23jährigen Nieling ist der schöne Erfolg von Bochum maßgebend. Frenger war verletzt

Daß Hardi Frenger erst in der dritten Gruppe auftaucht, ist in erster Linie seiner Verletzung zuzuschreiben. Oswald Liebl, Euteneuer, Pfann und Schnepf vervollständigen hier eine Klasse, die sich im großen und ganzen gleichwertig ist. Liebl war zwar nicht in Bochum, aber er schlug sich bei den Wettkämpfen von München 60 ausgezeichnet. Einmal siegte er über Frenger und bei einer anderen Gelegenheit über den Schweizer Küster. Schnepf hat sich stark verbessert und Pfann sowie Euteneuer rechtfertigen ihre Einstufung durch Platz 11 und 12 in Bochum.

In der vierten Gruppe gibt es zwar gewisse Unterschiede, die aber nur schwer auszudrücken sind, da beispielsweise Alfred Schmidt nur deshalb nicht höher bewertet wurde, weil er nur einen einzigen Wettkampf bestritt. Auch Renner und Quierbach traten wenig in den Vordergrund. In Gruppe IV wären auch Herold (Leipzig), Müller (Leuna) und Boll (Berlin), die Besten der Ostzone, einzustufen.

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