Rttckstrom aus dem Randgebiet / Bezirk Nord an der Spitze Alstertal erreicht die statistische

Stadtteile holen wieder auf

Man wef" ? ganze Stadtteile nnd in Kriege entwölke" und die Randgebiete Oberläufen worden. Was aber wirklich geschehen Ist, welche" Ausmaß die grolle Wlrrnlß annahm und wie merkwürdig heute die Rückbildung sieb, vollzieht, daa enthüllt eist Jet" eine fast dramatische Übersicht, die das Statistische Landesamt m seiner Schriftenreihe .Hamburg in Zahlen* veröffentlicht. Kurv" bereits die Gebiete, in denen unmittelbar nach dem Bombensturm von 1943 schon mehr Menschen wohnten als vor dem Kriege und deren Bevölkerung dann bis heute immer mehr und stellenweise in erstaunlichem Maße zugenommen hat.

Alle sieben Bezirke, und in den Befdrken alle 106 Stadtteile und 179 Ortstelle sind statistisch aufgeglied"srt worden: nach Grundfläche und Wohnbevölkerung, nach Haushaltungen und nach ihrer zahlenmäßigen Entwicklung seit 1939. Es ist manchmal geradezu aufregend, diese Zahlenreihen zu studieren.

Hämrnerbrook ? das ertarmungswurdlaste unter den Hamburger Ruinenfeldern ? hatte 1939 noch 44 756 Einwohner. Heute leben dort 1706. und man muß hinzufügen: schon wieder! Denn 1943 war das Gebiet völlig menschenleer. Aber die Statistik zeigt auch, daß hier so gut wie keine Ansätze zum Wiederaufbau zu erkennen sind.

In der Rangliste des Elends folgen Hamm und Eilbek. wo 1939 noch rund 290 Menschen auf einen Hektar wohnten. Heute sind es kaum vierzig! Dann Barmbek, Uhlenhorst und St. Georg, Altona und Wandsbek, Hoheluft und Eimsbüttel, das Jetzt 90 145 Einwohner hat ? gegen 122 571 vor dem Kriege!

Aber mit Bahrenfeld und den Eibgemeinden, Wilhelmsburg und dem Süderelbgebiet, Bergedorf und den Vierlanden, mit den Walddörfern und

interessantesten sind wohl jene zerstörten Stadtteile, deren Vorkriegsbevölkerung zunächst stark zusammengeschrumpft war, die aber heute schon eine kräftige Wiederbelebung zeigen. Das ist vor allem Winterhude mit einem Menschenzuwachs von 39 516 gegen- über 1939. Und eine Überraschung ist Billstedt: es hat heute 35 000 Menschen mehr als vor dem Kriege! Blankenese meldet einen Zuwachs von 32 603, Fuhlsbüttel und Barmbek-Nord sind um je 22 000 Einwohner gewachsen, und sogar Eimsbüttel mit seinen großen Ruinenfeldern hat heute 21678 Einwohner! mehr als früher.

Bleibt noch zu sagen, daß Hamburg" Gesamteinwohnerzahl am 13. September 1950 ? endgültig und genau gezählt ? 1605 606 betrug und daß sie bis zum 30. Juni 1951 schon wieder um schätzungsweise 30 000 zugenommen hat. Der volkreichste der sieben Hamburger Bezirke ist der Bezirk Nord mit 358 941, der schwächste Bergedorf mit 82 380 Einwohnern. Dafür ist Bergedorf aber nach Harburg mit 15 337 ha der flächengrößte Bezirk. Harburg hat 16 266 ha, und der kleinste Bezirk ist Eimsbüttel mit 5028 ha. Das ganze hamburgische Staatsgebiet umfaßt heute 74 662 ha. *A