Auch für private Autofahrer

Sprechfunk für die Hafenschiffe

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Eigener Bericht

B. Hamburg, 27. Juni

Der im Einsatz der Polizei-Peterwagen, der Feuerwehr und des Zollgrenzschutzes bewährte Sprechfunk wird nun auch auf Privatteilnehmer ausgedehnt. Schon im Herbst dieses Jahres will die Oberpostdirektion Hamburg einen Funksprechverkehr zwischen Hafenschiffen und Teilnehmern an Land einrichten. Interessenten können sich schon melden.

Auch der "Autobahnfunk", der für die Landstraße abgewandelte "Hafenfunk", soll im Raum Hamburg erprobt werden. Die Sendeanlage wird auf dem kleinen Heiligengeistfeld-Bunker errichtet werden, auf dem der Sender für den Hafenfunk bereits arbeitet.

Der Sender auf dem Bunker strahlt

die Gespräche dem Schiffsteilnehmer zu. Umgekehrt wird das Gespräch vom Schiffssender einer Empfangsstation an Land zugestrahlt. Landfunkstelle und ortsfeste Empfangsstation sind mit einem Überleitungsamt verkoppelt. Dieses Amt stellt die Verbindung zwischen Funk und normalem Fernsprechnetz her. Vom Schiff aus kann jeder beliebige Fernsprechteilnehmer im In- , (5der Ausland angerufen werden oder umgekehrt.

Telephonisch dirigierte Hafenfahrzeuge werden den Peterwagen der Polizei an Einsatzschnelligkeit nicht nachstehen. Sie werden die Liegezeiten der Seeschiffe verkürzen helfen. Der Hafenfunk wird vorläufig nach dem Prinzip des "allgemeinen Rundrufs" arbeiten. Jeder Teilnehmer kann die Gespräche der übrigen Teilnehmer mithören. Die Post plant außerdem die, Einführung des "Selektivrufs", bei dem durch die Aufnahme eines Gesprächs alle anderen Teilnehmer automatisch ausgeschaltet werden. Es können sich dann also nur die beiden Gesprächspartner hören.

Der Hafenfunk soll zunächst nur für FahrzftBge, die den Hafenbereich nicht verlassen, eingerichtet werden.

Der Autobahnfunk ist im Prinzip dasselbe. Nur soll hier statt des Rundrufs gleich das Selektiv-Rufverfahren eingerichtet werden. Versuche in Westund Süddeutschland sind im Gange. Er wird ein Gespräch vom fahrenden Auto zum ortsfesten Teilnehmer und umgekehrt sowie von Auto zu Auto ermöglichen* Natürlich muß der ungefähre Standpunkt des anzurufenden Autos bekannt sein.

Ein großes Hindernis des privaten Sprechfunkverkehrs* ist noch die Kostenfrage. Schiffsinhaber und Autobesitzer müssen sich ihr Sende- und Empfangsgerät, das 5000 bis 6000 DM kostet, selbst kaufen.

Die laufenden Gebühren werden erschwinglich sein. Der hohe Anschaffungspreis wird vor allem im Autobahnfunk die Teilnehmerschaft auf große Transportunternehmen, führende Persönlichkeiten usw. begrenzen.

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