Ein englischer und ein USA-Bomber beschossen die Fischer

"Auf eigene Gefahr"

Eigener Bericht

dg. Hamburg, 9. Februar

Die zweimalige Beschießung deutscher Fischkutter im Hafen von Helgoland hat eine schnelle und überraschende Aufklärung gefunden. Am Freitag erfolgte sie, wie die in England stationierte dritte amerikanische Luftwaffendivision bekanntgibt, durch einen amerikanischen Super - Bomber vom Typ "B-29". Für den zweiten Vorfall (am Montag) ist nach einer Mitteilung des britischen Luftfahrtministeriums ein Lincoln-Bomber verantwortlich, der Übungsschießen mit Bordwaffen über Helgoland durchführte, als dort gerade der Schulauer Fischkutter "SS 106 Hanne" Maschinenschaden reparierte.

Die Erklärung der amerikanischen Luftwaffendivision bestätigt die Beobachtungen der deutschen Fischer, die das Hoheitszeichen an dem viermotorigen Bomber ? weißer Stern auf blauem

Grund ? einwandfrei erkannt hatten. Die amerikanischen Luftstreitkräfte hatten am Sonnabend scharf dementiert, daß es sich bei dem Flugzeug um eine amerikanische Maschine gehandelt haben könne, da Helgoland am Freitag nicht von amerikanischen Bombern überflogen worden sei. Audi der Sprecher im Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe in Wiesbaden hatte diese Tatsache besonders -rirrterstri dien .

Ein amerikanischer Sprecher teilte weiter mit, daß der Pilot des "B-29"- Bombers das Übungsschießen sofort eingestellt habe, als er bemerkte, daß sich Boote in seinem Feuerbereich befanden.

Das britische Luftfahrtministerium hat über die britischen Besatzungsbehörden darauf hinweisen lassen, daß Helgoland für unbeschränkte Bombenabwurf- und Erdzielbeschuß-Ubungen zur Verfügung gestellt worden sei. Alle Schiffe, die sich in der Nähe von Helgoland aufhielten, täten dies auf eigene Gefahr.