Lippizaner sind kein Geschäft

"Amerika muß einen Teil der europäischen Kultur retten", tagte der amerikanische General Patton, als er 1945 bei seinem Vormarsch ln Otterreich die Spanlache Hof reitschul e aus Wien Irgendwo ln Kärnten entdeckte. Ala alter Kavallerist hielt er seine Hand schützend über die Lippizaner Hengste und Ihre Bereiter. Dieser Begegnung mit dem inzwischen verstorbenen Amerikaner verdankt die weltberühmte Reitschule ihr Leben. In Deutschland bewunderten Freunde des Pferdes im Jahre 1950 die einmaligen Leistungen der Schlmmelhengste, als die Hofreitschule in Frankfurt, in Hamburg und ln anderen Städten Westdeutschlands ihre Pferde vorstellte.

Im Herbst schiffte sich die Schule unter der Führung ihres Obersten Podhajskl nach den USA ein, um mit dieser Reise gewissermaßen eine Dankesschuld an die Amerikaner abzustatten. In New York begeisterten sich Tausende an der Hohen Schule. Dennoch mußte die so vielversprechend geplante Tournee durch die Staaten abgesagt werden. Nach Vorführungen ln Toronto (Kanada)

kehren - dts edlen Hengste ln ihre Heimat zurück. Amerikanische Manager verspüren keine Lust, mit Llppizanern weiterhin ein Risiko einzugehen. Sie sind kein Geschäft in USA, well die Leistungen der Pferde nicht .sensationell" genug sind. Tollste Cowboyritte auf wilden Mustangs sind mehr gefragt.

Welch ein Glück, daß der Kavallerist Patton die Lippizaner 1945 schützte und damit wirklich einen kleinen Teil der europäischen Kultur rettete!