Vier Bergungsschlepper bringen das Schiff nach Rotterdam

10000-Tonner auf Mine gelaufen

Eigener Bericht

gkl. Hamburg, 25. Januar

Der 10 220 BRT große holländische Doppelschrauben-Dampfer "D e 1 f t d i j k" ist in den gestrigen späten Abendstunden in der Nordsee bei Tonne P 11 (etwa 30 Seemeilen westlich Helgolands) auf eine Mine gelaufen und schwer ? beschädigt worden. Ein Mann der Besatzung wurde schwer verletzt. ' Kurz nach der Explosion sandte der Holländer drahtlose Notrufe aus, um Bergungsschlepper anzufordern. Der in der Emsmündung stationierte Bergungsdampfer "Danzig" der Hamburger Bugsier- und Bergungs A. G. lief sofort zur Hilfeleistung aus. Er fand den holländischen Frachtdampfer an mehreren Stellen leckgeschlagen vor. Die Ruderanlage ist beschädigt und das Schiff manöverierunfähig. Es ragte, da es kaum Ladung an Bord hatte, hoch aus dem Wasser heraus und bot dem Wind eine so große "Angriffsfläche, daß auch noch die Schlepper ?Atlas", "Titan" und "Ena k" zur Hilfe herbeigerufen wurden. Die vier Schlepper tauen den Holländer jetzt zur Reparatur nach Rotterdam zurück. t

Die Nordsee hat bereits im vergangenen Jahr zwei Opfer an Schiffen gefordert, die auf Minen gelaufen sind. In den meisten Fällen handelte es sich um kleinere Fahrzeuge, die bei unsichtigem Wetter oder schwerer See aus dem Kurs geraten und in die minenverseuchten Gegenden getrieben worden waren. Bisher hat sich immer^gezeigt, daß das durch Tonnen abgesteckte minenfreie Fahrwasser in der Nordsee keine Gefahr für die Schiffahrt war.

Bei den in Frage kommenden Minen handelt es sich meistens um Fernzündungsminen, die eine viel längere Lebensdauer haben, als man ursprünglich erwartet hat. Sie werden noch so lange gefährlich sein, bis der Zahn der Zeit den Mechanismus zerstört hat, der die Mine entweder durch den Magnetismus des darüberfahrenden Schiffes und durch das Schraubengeräusch zur Explosion bringt. .