Tänzerische Bewegungsspiele in Bremen

Grauerholz mit neuen Ideen

Unter dem Titel "Stadion und Domhofs- Feitsplele" hat Bremen dem Gymnastiklehrer Grauerholz aus Bremerhaven die Gelegenheit zu einer groß angelegten Premiere geboten. Der Bremer Sportbund, der diese Veranstaltung ermöglichte, hat damit neue Wege gewiesen, sportliche Ideen dem Volke nahezubringen.

Orauerholz arbeitet seit Jahren an seinen choreographischen Festspielen und hat sich nach dem Kriege nur langsam durchsetzen können, Inzwischen Jedoch viele Freunde für. seih" Ideen gewonnen. Er Ist sehr umstritten, und man muß seine Arbeit schon unvoreingenommen auf sich wirken lassen, um Ihr gerecht zu werden.

Seinen Tanzspielen liegen poetische und dramatische Ideen zugrunde, die Themen behandeln Legenden aus dem Mittelalter und sind ln Wort und Gesang, ln Chor und Bewegung eingeteilt. Die 800 Turnerinnen aus

dem gesamten Bundesgebiet, die in Bremen mitwirkten, unterstützten. Ihn ln seiner schwierigen Aufgabe. Sie sollen jetzt das Erlernte hineintragen In die Vereine und Gemeinschaften, sollen ähnliche Gruppen schaffen. Hier setzt die Problematik ein. Ausgehend von der Gymnastik, sollen Sprache, Gesang und choreographische Arbeit gestaltet werden. Das Ist nur sehr wenigen gegeben und selbst Grauerholz weicht von seiner Aufgabe ab, wenn er, wie Im Stadion-Festspiel: "Töchter der Erde", die Masse der Teilnehmerinnen oft nur als Statisterie einsetzt, während eine kleine Gruppe tanzt und eine rezltative Stimme spricht. Hier geht Grauerholz zu weit und begegnet heftiger Kritik.

Trotzdem, seine Arbeit wird Früchte tragen. Bremen hat ein großes Echo geweckt, waren doch die ersten Fachkräfte anwesend, und man wird ln kritischen Gesprächen sich noch mit der Arbelt von Bremen beschäftigen müssen.

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