Regie-Gast aus Wien

Willfried Frass vom Heiligengeistfeld-Bunker

Im Heillgengelstfeld-Bunker, wo die Pontus zu Hause ist, arbeitet gegenwärtig die neue Fusion Wiener Ringfllm/Hamburger Kammerspiele-Film an ihrem ersten Streifen. Mit dem Regisseur Willfried Frass stellen wir den Hamburgern einen "neuen Mann" vor:

Gebürtiger Wiener, einstiger Schüler Harald Brauns und Liebeneiners, ist Frass als der eigentliche Initiator der deutsch-österreichischen Gemeinschaftsproduktion anzusehen. Zwei zurückliegende Filme von ihm ? einen, der die kulturhistorische Entwicklung der Festspielstadt Salzburg behandelt, und die schon erfolgreich aufgeführte "Sonnenhofbäuerin" ? werden wir demnächst auch in Hamburg sehen.

Wie früher, ist Frass auch diesmal maßgeblich am Drehbuch beteiligt. Die Vorlage ist eine Filmnovelle Stefan Zweigs und Bertold Viertels "Das gestohlene Jahr", die er, gemeinsam mit Walther von Hollander, bearbeitet hat. Elisabeth Höbarth, deren ausdrucksvolles Gesicht er für die Kamera entdeckte, Ewald Baiser und Oskar Werner sind die zentralen Figuren der Handlung, mit der man sich den Spielplanbestrebungen der Hamburger Kammerspiele, deren Ensemble stark beteiligt ist, angleichen möchte.

Ein neues Drehbuch von Frass -r- "Adam" ? interessiert, wie wir hören, bereits den National-Verleih, der auch "Das gestohlene Jahr" übernommen hat. w. l.

Der Film soll, ein Novum, mit zwei Schlüssen gedreht werden. ? Über den endgültig zu verwendenden soll eine besonders zusammengesetzte 60köpflge Jury entscheiden. Eine Version wird, wie Zweig es Rollte, "Happyend-los" schließen. Man will am 15. August in Hamburg abdrehen. Anschlie- ßend sind Außenaufnahmen in Paris und Österreich geplant.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: 1950