Neue Früchtfahrt-Reederei

Hamburger Frucbtimporteure bilden Partenreederei

Ilfemt Berleht m. Hamburg, S. Juni

Fünf Jahre hat es seit Kriegsende gedauert, bis deutsche Reedereien sich wieder an der Fruchtfahrt mit eigenen Schiffen beteiligen kSnnen. Ali neueste deutsehe Reederei hat kürzlich die Hamburger Reederei Willy Bruns zwei Frachtdampfer von je 1500 BRT ln Fahrt gebracht. Dieser Tage wurde einem Konsortium von vier Fruchtimporteuren der Ankauf des norwegischen Fruchtmotorschiffes "British Columbia Express" genehmigt. Sechs von der Oberkommission ingelassene Spezialschiffe mit je 16 Knoten Geschwindigkeit dürfen gebaut werden. Für vier Schiffe wurde bereits eine Genehmigung ausgesprochen, die letzten beiden sind in den nächsten Wochen zu erwarten.

Letzten Mittwoch erledigte das zweite für die Firm" Willy Bruns GmbH in Hamburg gebaute Frachtschiff, die "Gran a d a", von den Lübecker Flenderwerken aus, wie wir kurz meldeten, ihre Probefahrten.

Dieses Fahrzeug hat ebenso wie sein Schwesterschiff "C a s a b 1 a n c a", das sich zur Zeit auf einer Reise befindet, eine Größe

nie ?Briüsh Columbia Express*

von 1498 BRT. Die Tragfähigkeit der beiden Fahrzeuge umfaßt 2830 t. Die Geschwindigkeit beträgt bei 1200 PS1 und 90 Umdrehungen 11,25 Knoten. Angetrieben werden die Frachter durch eine LES-"-Dampfmaschine mit Olfeuerung. Die Maße betragen: Länge über alle3 90,1 m, Länge zwischen den Loten 82 m. Breite 18,2 m und Tiefgang beladen 5,42 m. Unter Führung von Kapitän Brinkmann und 21 Mann Besatzung wird das Fahrzeug bereits ln Kürze zu seiner ersten Reise nach Finnland auslaufen. Zur Zelt befindet sich bei den Lübecker Flenderwerken noch ein Schwesterschiff, die "Possehl", für die Lübeck-Linie ln der Ausrüstung und wird ln etwa zwei Wochen Ihre Probefahrten erledigen.

Die "British Columbia Express" wird am 9. Juni mit einer Ladung Bananen aus Kolumbien hier Im Hafen erwartet. Es wird dann noch von einer Genehmigung durch die Engländer abhängen, ob das Fahrzeug endgültig übernommen wird. Die "British Columbia Express", mit einer Größe von 3339 BRT, gehörte bisher zu den Fruchtschiffen der S. Herlofson * Co., Oslo, Reederei, derselben Reederei, der die "Oregon Express" gehört. Sie hat eine Geschwindigkeit von 18 Knoten. Gebaut wurde das Fahrzeug 1936 auf einer schwedischen Werft, es hat eine Tragfähigkeit von 2830 t, eine Länge von 111 m, eine Breite von 15,3 m und eine Seitenhöhe von 7,2 m. Das Schiff wird von einer zu gründenden Partenreederei bereedert, die sich aus den vier Fruchtimportfirmen Gustav Bey, Willy Bruns GmbH., D. Lehmann Söhne und Aug. Stier, alle Hamburg, zusammensetzt. Es Ist vorgesehen, daß das Schiff unter deutscher Flagge bereits am 2. Juli auf den Antillen die erste Ladung Bananen für Deutschland übernimmt. Neben diesem Fahrzeug hatten sich die Firmen welter um den Ankauf des norwegischen Motorschiffes "B 1 a c k P r 1 n c e" bemüht. Die Genehmigung zum Ankauf dieses Schiffes steht bisher noch vom MUltary Security Board aus. Das Schiff liegt zur Zeit als Wrack ln Antwerpen auf und gehört ebenfalls der Reederei S. Herlofson in Oslo. Sollte der Kauf perfekt werden, wird das Schiff voraussichtlich auf der Deutschen Werft ln Finkenwerder repariert. Das Fahrzeug war während des Krieges bei einem Luftangriff auf Danzig ausgebrannt und nach dem Kriege nach Antner Neubau "Grenada"

werpen geschleppt worden. Das Fahrzeug hieß während des Krieges "Lofjord", es hatte eine Größe von 5039 BRT und eine Länge von 111 m. Gebaut worden war es 1938 in Norwegen.

Neben diesen Ankäufen beabsichtigt die Reederei gern weitere Schiffe bauen und weitere Fahrzeuge anzukaufen, um die deutsche Fruchtschiff-Flotte wieder aufbauen zu helfen.

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