Mit 568,2:564,3:548,1 vor Kiel und 1816 ? Gauch bester Einselturnei

Eimsbüttels Turner ungeschlagen

-'?., Mit' dTeseSr Turnen Ist die mögliche Höchstleistung Im Geräteturnen In der Nordmark erreicht. Klei stellte mit Gauch und Schmidt die besten Einzelturner, Eimsbüttel die stärkste Riege. In Hamburg gibt es keinen Turner, der das Format der beiden Kieler in nächster Zelt erreichen könnte, in Deutschland keine verelns-Rlege, die in der Gesamtwertung den Eimsbüttlern überlegen ist. Wenn trotzdem noch viele Wünsche offen bleiben, so soll dies nur eine Feststellung sein. Spitzenturner können nur in Jahrelanger harter Arbeit wachsen. Ausgesprochene Talente sind nicht vorhanden, was noch verbessert werden kann, Ja muß, Ist die Ausführung, denn nichts wirkt unschöner als Schwierigkeiten auf Kosten der Haltung. Hier den Hebel anzusetzen, müßte die Aufgabe der Zukunft sein.

Eimsbüttel schaffte den Sieg mit einer selbstverständlichen Sicherheit. Wenn auch die Kieler nach dem dritten Gerät bis auf einen Z?hntsl-Punkt herankommen konnten. blieb doch die Spannung aus. Der ETV holte In den letzten Übungen den Vorsprung heraus, um einen sicheren Sieg landen zu können. Zwar war Smuda wieder der beste seiner Riege, doch hat er in Weiland, Asche, Stelter und bald auch in Leiniger Kameraden, die ihn einholen und das Ist das wertvolle dieser Riege. Hier wird auf eine gesteigerte Mannschaftsleistung hingearbeitet.

Diese Haltung vermissen wir bei den Kielern. Gewiß haben sie in Gauch und Schmidt zwei überragende Kräfte, die zur besten deutschen Klasse zählen. Aber das Ist auch alles. Die alten Kämpen Streicher und H ö p e r bemühten sich den Anschluß zu halten. Wenn aber als fünfter Mann schon der schwerbeschädigte Asch eingesetzt werden muß, so ehrt diese Leistung bestimmt den Turner, aber nicht die Kieler Turnerei; denn auch die beiden anderen Kräfte waren sehr schwach. Eine Riege von Bedeutung kann Kiel heute nicht mehr stellen.

Die H. T. v. 1 8 1 6 war in keinem Augenblick ein ernsthafter Gegner. Der Durchschnitt ist

zu schwach, läßt after Veranlagung erkennen und das Ist trotz allem erfreulich.

Die Leistungen schwankten zwischen Licht und Schatten. Es war ein Genuß, einen Gauch und Schmidt zu sehen. Du war Turnen in Vollendung. MüheloB scheinbar meisterten sie die Geräte. Man weiß nicht, ob man die Pirouette von Gauch am Reck, der hier übrigens die einzige "20" erzielte oder die Tschechenkehre von Schmidt am Selt-Pferd mehr bewundern soll. Es war das Turnen zweier Meister und es Ist nur verwunderlich, daß diese beiden Könner In Kiel keine Nachfolger finden.

Eine positive Erkenntnis war das Turnen am Selt-Pferd. Hier ist von allen Turnern gearbeitet worden und mit Erfolg. Gegenüber dem Städtekampt mit Berlin ist die Verbesserung auffällig. Es blieb niemand am Gerät hängen und diesmal wurde auch schon gewandert. Erstaunlich, daß die gewerteten Punkte am Seit-Pferd besser waren als am Barren. Dafür gefiel uns diesmal der Pferdsprung nicht. Gewiß sind Ansätze zu verzeichnen, doch fehlen Mut, Sicherheit und Haltung. Die Bücken sind meistens sehr dürftig, der Hecht wird nicht durchgeschwebt. So scheinen diese Sprunge etwas primitiv. Es fehlt das frisch-fröhliche Draufgängertum.

Eine Überholung hat das Bodenturnen nötig. Gewiß hat nicht Jeder Turner die Sprungkraft eines Stelter, aber das ist kein Grund, deswegen schlechter zu turnen. Es fehlt beim Bodenturnen an ausgefeilter Arbeit. Hier liegt der Fehler wohl mehr an der Schulung; denn die Kräfte sind durchweg so gut vorgebildet, daß Jeder es zu einer brauchbaren Leistung bringen kann.

Eimsbüttel übernahm vom Start weg die Führung. Der Sieg war schließlich wohl verdient und ein schöner Lohn für die glänzend aufgezogene Veranstaltung.

1. Gauch, Kiel, 9",9; 2. Schmidt, Kiel, 98,3; 3. Smuda, ETV., 96,4; 4. Weiland, ETV., 95,7; 5. Asche, ETV., 95,3; 6. Leininger, ETV., 941; 7. Höper Kiel, 93,4; 8. Stelter, ETV., Uloer, 1816, 93,3; 9. Krlbic, 93,1; 10. Streicher, Kiel, 92,3.

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