Mordkommission wartet ab

Ist Rudolf Pfeil der Trümmermörder?

Die Mordkommission der Hamburger Polizei steht den "Geständnissen" des 24jährigen Kellners Rudolf Pfeil sehr skeptisch gegenüber. Pfeil hat sich im Braunschweiger Untersuchungsgefängnis bezichtigt, im Hamburger Trümmergelänae zwei Frauenmorde begangen zu haben. Die Beamten der Mordkommission warten ab, bis die "Akte Pfeil" eingetroffen ist. Sie werden dann mit der Staatsanwaltschaft prüfen, ob Pfeil zur/ 1 Klärung des Falles nach Hamburg gebracht werden soll oder nicht.

Pfeil, der vor zwei Jahren wegen Mordes zu zwölf Jahren Zuchthaus ver-: urteilt worden war und seine Strafe im Zuchthaus Celle verbüßte, ist dann in das Braunschweiger Untersuchungsgefängnis übergeführt worden, nachdem er sechs weitere Morde und drei Raub- überfälle eingestanden hatte. ' Diese Straftaten gelten als erwiesen, nicht jedoch die* beiden Frauenmorde in Hamburg.

Der mehrfache Mörder, der sich seibt als "Totmacher" bezeichnete, hat auch in den beiden Hamburger Fällen Skizzen von den Tatorten und genaue Schilderungen der Verbrechen gegeben. Diese Schilderungen sind aber noch nicht im Besitz der Hamburger Mordkommission, so daß d iese noch keinerlei Stellung hierzu nehmen kann.

Die vier Trümmermorde, die Anfang 1947 die .Hamburger Öffentlichkeit erregten, sind noch nicht aufgeklärt. Damals wurden ein~22jähriges Mädchen in der Baustraße, wenige Tage später ein etwa 45 jähriger Mann in der Lappen-

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