Bergedorfer Kammerchor

Unter Thomas In der Musikhalle Es war kein Zufall, daß Kurt Thomas, der namhafte Chorerzieher, Chorleiter und Komponist, jetzt in Detmold wirkend, den Bergedorfer Kammerchorals Gast leitete. Was man in diesem Konzert hörte, entstammte im Grunde der Erziehungsarbeit des musischen Gymnasiums in Frankfurt, dessen alter, schon nach dem vorigen Weltkrieg entstandener Gedanke jetzt neuer Verwirklichung harrt. (Wie wäre es mit Hamburg?) Auch Helmuth Wormsbächer, der Leiter der Bergedorfer war Schüler von Thomas und des musischen Gymnasiums. So kam es, daß dem Meister zu Ehren, der gerade zu einer Singwoche nach Bergedorf gekommen war, Kurt Thomas auch die Leitung anvertraut war. Nicht nur, was die meist

jugendlichen Sänger unter ihm leisteten, sondern auch was sie schon an erworbenen Grundlagen mitbringen, spiegelte sich in dem neuzeitlich orientierten Programm. Da gab es, erfreulich frisch und locker im Vortrag, mit sauberer Schulung internationale Renaissance-Kunst (Senfl, Morley, Lully, Gastoldi) und Brahms mit den kostbaren, Hamburg gewidmeten Fest- und Gedenksprüchen. Aber auch Neueres mit den Wilhelm- Busch-Chören von Thomas, ihrem nachdenklich schopenhauerisch gefärbten Humor und wohlgelungene Madrigale von Alfred Körppen. In Stil und Atmosphäre, auch im Wert der Wiedergabe, fügte sich das Bläserquintett der Philharmonie (Gerhard Otto, Franz Lauschmann, Heinz Mönnich, Fritz Hut, Heinr. Emmel) mit Divertimento-Musik von Mozart und Hindemith erfolgreich ein.

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