Die Branche sucht Fachkräfte. Wer sich umschulen lässt, hat eine Anstellung fast sicher.

"Jedes Jahr werden in Hamburg im Durchschnitt 150 bis 160 Gärtner ausgebildet, davon etwa 100 Landschaftsgärtner", sagt Rolf-Dieter Reimann, in der Landwirtschaftskammer Hamburg zuständig für Ausbildung. Dennoch beklagen Betriebe einen Fachkräftemangel, weil viele der jungen Gärtner gar nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Dadurch würden sich Chancen für Umschüler ergeben, sagt Bodo Baumann, Geschäftsführer des Biber-Teams. "Unsere Teilnehmer, die sich zum Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, umschulen lassen, finden fast alle eine Arbeit. Die Betriebe melden sich bei uns, wenn sie offene Stellen haben." Michael Burmester, Leiter des Berufszentrums Garten- und Landschaftsbau (BZL), kann von einer Vermittlungszahl um die 80 Prozent berichten. "Die Dienstleistung Landschaftsgärtner ist in der Großstadt Hamburg gefragt", sagt Reimann. Im Telefonbuch werden allein in Hamburg 363 Garten- und Landschaftsbaubetriebe aufgeführt. Um als Landschaftsgärtner eine Anstellung zu erhalten, reichen jedoch nicht nur fachliche Kenntnisse. Dazu Rolf-Dieter Reimann: "Arbeitstugenden und Leistungsbereitschaft spielen in diesem körperlich anspruchsvollen Beruf eine große Rolle." Ein Drittel der Teilnehmer seien Frauen, so Baumann. Wenn man sich als Arbeitsloser am BZL des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg oder beim Biber-Team zum Landschaftsgärtner mit staatlicher Abschlussprüfung umschulen lassen will, muss man beim Arbeitsamt zunächst einen Bildungsgutschein beantragen. "Man sollte einen guten Hauptschulabschluss gemacht haben", sagt Michael Burmester. Die Ansprüche an den Landschaftgärtner seien relativ hoch, und man müsse einiges an Theorie- und Praxiskenntnissen erwerben. "Menschen, die Sand von A nach B schaufeln, sind problemlos zu bekommen. An wirklichen Fachkräften gibt es Bedarf." Die meisten Umschüler haben ihre Lehre abgebrochen. Eine andere Gruppe seien Aussiedler aus Russland, die dort in der Landwirtschaft gearbeitet haben, so Reimann. "Wir haben auch eine Reihe von Teilnehmern, die mehrere Jahre lang im Garten- und Landschaftsbau als Hilfsarbeiter gearbeitet haben und sich nun um eine Umschulung bemühen." Nach 23 Monaten Ausbildung sind sie dann Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. In dieser Zeit lernen sie in Theorie und Praxis, wie man großflächige Anlagen baut und pflegt. "Dazu gehören nicht nur Baumschnitt, Rasen- und Blumenbeetpflege, sondern auch Terrassenbau, Pflasterarbeiten und anderes mehr", erklärt Bodo Baumann. Für gute Umschüler, besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Eine acht Monate dauernde Ausbildungsmaßnahme, die auch vom Arbeitsamt gefördert wird, bietet Laufo-Heineken (Landschaftsbau Aus- und Fortbildung) in Curslack an. Dazu Fred Heineken: "Anschließend sind die Teilnehmer als angelernte Facharbeiter im Garten- und Landschaftsbau tätig." Der Unterrichtstag beginnt mit einem eineinhalbstündigen Fachunterricht. Auf dem Stundenplan stehen natürlich Pflanzenkunde, Materialkunde, Arbeitsverfahren, Maschinenkunde und anderes mehr. Den restlichen Tag über wird praktisch gearbeitet. "Da wird von der Pike auf gelernt, was man im Garten- und Landschaftsbau braucht", sagt Heineken. "Vom Schnurspannen über kleine Wege-, Terrassen- und Zufahrtenbauen bis zum Bepflanzen, Heckenschneiden, Beetesäubern." Zur Ausbildung gehören auch Praktika in Betrieben, in denen die Teilnehmer ihre erworbenen Fertigkeiten unter Beweis stellen können. "Über das Praktikum haben wir eine sehr hohe Vermittlungsquote", so Heineken.