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Weiterbildung in Hamburg

Von der OP-Schwester zur Managerin

Neu strukturierter Studiengang an der Universität Hamburg. Die Jobchancen als Lehrkraft oder in einer Führungsfunktion sind gut

Bei einer Operation muss jeder Handgriff sitzen. Das Team aus Ärzten und Assistenten arbeitet Hand in Hand. Aber auch die penible Vorbereitung der Instrumente und Geräte ist für das Gelingen der OP mitentscheidend. Diese Aufgabe gehört zum Job eines operationstechnischen Assistenten, ebenso wie die Instrumentation während der OP sowie die Entsorgung und Sterilisation der Instrumente nach der OP.

Für die Ausbildung junger OP-Assistenten am Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Asklepios ist seit August Annegret Vetter zuständig. Für diese Aufgabe ist die 50-Jährige bestens vorbereitet, denn sie verfügt über eine langjährige Erfahrung als OP-Krankenschwester am UKE und arbeitet zudem nach mehreren Fortbildungen als Abteilungsleiterin Pflege im Israelitischen Krankenhaus. Als Annegret Vetter feststellte, dass ihr Basiswissen vor allem zu Finanzierungs- und Rechtsfragen fehlte, entschied sie sich für den berufsbegleitenden Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement an der Universität Hamburg, der in vier Semestern zum Abschluss Manager führt.

"Die Weiterbildung hat mir für meine tägliche Arbeit viel gebracht", sagt Annegret Vetter. "Das gilt vor allem für die Bereiche Arbeitsrecht, Personalbudget und Bedarfsplanung. Mit dem erworbenen Wissen konnte ich auf Augenhöhe mit den Führungskräften in der Klinik argumentieren." Denn in ihrer Leitungsfunktion habe sie eine Sandwichrolle zwischen dem Arbeitgeber und den Mitarbeitern gehabt. Für diese spezifischen Anforderungen seien vor allem das Präsentations- und Motivationstraining sowie die Konflikttrainings sehr hilfreich gewesen. "Das Erlernte konnte ich bei Mitarbeitergesprächen unmittelbar in die Praxis umsetzen", sagt Vetter. "Und nun sachlich und professionell unbequeme Themen ansprechen, ohne dass der Mitarbeiter sich innerlich verabschiedet."

Die Teilnehmer des Kontaktstudiums sind außer Krankenschwestern Ärzte, Pfleger, Heilerzieher, Hebammen, Rettungssanitäter und Sozialversicherungsfachangestellte. Gerade diese sehr heterogene Mischung bringe den Beteiligten in Diskussionen und Arbeitsgruppen großen Nutzen für ihre spätere Tätigkeit, sagt Studiengangskoordinatorin Stefanie Montag. Die Ziele der Teilnehmer seien unterschiedlich. "Einige möchten eine Führungsposition übernehmen, Karriere machen, andere ihr Wissen aufbessern oder den Beruf wechseln." Das Studium dauert vier Semester und ist anspruchsvoll. Es ist als flexibles Baukastensystem in Modulen möglich. Für das Sommersemester 2012 wurde als Alternative ein festes Studiensystem eingerichtet. "Damit reagieren wir auf immer häufigere Anfragen von Interessenten, die ein komplett durchgeplantes Studium wünschen", sagt Montag.

Zu den Themen des Studiengangs gehören Betriebswirtschaft, Recht sowie Rechnungswesen. "Das habe ich gleich zu Beginn belegt", sagt Annegret Montag, "denn es gehört nicht zu meinen Lieblingsfächern." Umso glücklicher sei sie über den Abschluss des Moduls mit der Note eins.

Neuen Teilnehmern des Studiengangs rät Vetter, nicht zu viele Module auf einmal zu buchen. Das Programm sei neben dem Beruf ohnehin eine Herausforderung. "Man muss sich sehr gut organisieren und strukturiert arbeiten. Deshalb ist für einige Teilnehmer die Vorgabe eines Studienprogramms sicherlich hilfreich."

Die Qualifizierung setze eine hohe Eigenmotivation voraus, denn das Lernen bis 22 Uhr nach einem Tageswerk im Job gehöre ebenso dazu wie an Wochenenden. "Von den Teilnehmern werden Marathonqualitäten verlangt", sagt Vetter. Ihre Mühe hat sich gelohnt. Annegret Vetter ist mit ihrer neuen Aufgabe, bei der sie ihr Wissen an junge Menschen weitergeben kann, sehr zufrieden. Zudem signalisiere der erfolgreiche Abschluss als Manager im Gesundheitswesen dem Arbeitgeber Einsatzfreude, Durchhaltevermögen und Flexibilität. Manchmal reagiert er daraufhin mit einer Gehaltserhöhung.

 

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