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Weiterbildung in Hamburg

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Software und Services: Ich bin dann mal Web

Eine Weiterbildung zum IT-Experten scheint sinnvoller als je zuvor. Der Arbeitskräftebedarf der Branche ist enorm

Fachkräfte im Bereich Software und Service gibt es leider nicht wie Sand am Meer
Foto: plainpicture

Hamburg. Ein kleiner gelber Zettel prangt auf der Webseite von Carsten Blüm: "Zurzeit bin ich leider ausgebucht!", steht da in fein geschwungener Handschrift, und das "ausgebucht" ist unterstrichen. Eine digitale Version der beliebten Klebezettel. Carsten Blüm ist Web-Programmierer und kann momentan weder Neuaufträge, noch Anfragen von Headhuntern gebrauchen: "Die sind zum Teil sehr aufdringlich."

Ein Beleg für den Arbeitskräftebedarf der Branche, den auch der Branchenverband Bitkom betont: Bis zu 20 000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet Stephan Pfisterer, Bitkom-Bildungsreferent, in den Bereichen Software und Services in diesem Jahr. Ausgeglichen wird der Bedarf durch Personalabbau in der Telekommunikationsindustrie. Dennoch bleibt immer noch ein Stellenzuwachs von 10 000 übrig. Die Nachfrage soll in erster Linie durch Aus- und Weiterbildung geschlossen werden. "Zuwanderung kann nur einen kleinen Teil abdecken", sagt Pfisterer.

"In der Branche besteht ein hoher Weiterbildungsdruck", betont auch Heiko Schnieber. Der Bildungskoordinator der GFN AG, ein bundesweites IT-Schulungsunternehmen, führt für seinen Arbeitgeber "Profilierungsgespräche" mit Bewerbern, beispielsweise für die Umschulung zum Fachinformatiker Systemintegration. Eine von der Arbeitsagentur geförderte Maßnahme. "Man bekommt einen anerkannten Berufsabschluss in konzentrierter Form mit dazu noch sehr guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt", erklärt Schnieber die große Nachfrage. Die Umschulung dauert 21 Monate und schließt ein einjähriges Praktikum ein.

Nur seien die Agenturen bei der Finanzierung inzwischen sehr restriktiv, ergänzt der Berater, der genau überprüft, wer für die Umschulung in Frage kommt. "Die Bewerber müssen Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft mitbringen." Dazu kommen Marktkenntnisse und Stressmanagement: "Die Fachinformatiker arbeiten im Notfall auch mal das ganze Wochenende durch, bis das System wieder einwandfrei funktioniert." Enthusiasmus für die Sache, Netzwerkdenken und Geschwindigkeit sind Voraussetzungen in der Branche. Während der Administrator vor allem bei Störungen gefragt ist, muss der Entwickler sich mit neuen Programmiersprachen, Datenbankanwendungen und Webtrends auskennen.

Die Schulung der Mitarbeiter liegt im Trend: "Die Nachfrage nach Firmenschulungen hat im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent zugelegt", sagt Maik Wendt, Schulungskoordinator des PC-Colleges Hamburg. Ganz oben auf der Nachfrageliste stehen Microsoft-Zertifikate, aber auch einzelne Programmiersprachen und die Gestaltung von Webseiten. Etwas anders ist das bei der Schulung von Arbeitssuchenden. Hier sind mehrmonatige Umschulungen, Weiterbildungen für Quereinsteiger oder ältere IT-Experten gefragt.

"Gerade mittelständische Unternehmen suchen die Eier legende Wollmilchsau", sagt Marco Mütz, IT-Weiterbildungsreferent der WBS Training AG. Der Kursanbieter hat dafür den Web-Developer auf den Markt gebracht, ein Weiterbildungstraining in sechs Monaten. In den ersten drei Monaten geht es dabei um Web-Design. Layouting, Photoshop, Flash und HTML gehören dazu: "Das ist das Fundament eines Hauses", erklärt Mütz. Darauf folgen "im zweiten Stock" die Grundlagen der Programmierung, Sprachen wie Java-Script, PHP oder das Format XML. "Aber der Job wartet erst im vierten oder fünften Stockwerk", gibt der frühere Web-Developer zu bedenken. Um dorthin zu gelangen, muss der Interessent aktiv werden, Praktika absolvieren, eigene Homepages bauen und sich auf eine Programmiersprache spezialisieren.

 

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