Studienparadies Bali
Der Weg zum Campus führt an Bananenstauden vorbei
Ein Auslandssemester mit dem European Overseas Campus: Was Hamburger Studenten dort lernen.
Jimbaran. Sonne und 33 Grad im Schatten. Der Weg zum Campus führt an Bananenstauden vorbei. Im ersten Stock der Technischen Fakultät der Udayana-Universität arbeiten 19 Studenten des European Overseas Campus (EOC). Eine ist Stefanie Funke. Die 25-Jährige studiert an der Universität Hamburg Human Resource Management/Personalpolitik im vierten Semester und hat sich für ein Auslandssemester auf Bali entschieden.
"Ich wollte gern ein Auslandssemester in einem wirtschaftlich spannenden Umfeld machen. Indonesiens Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt, und in Zukunft werden die Südostasiatischen Märkte noch mehr im Mittelpunkt der Weltwirtschaft stehen." Sie habe durch eine Freundin vom European Overseas Campus gehört, daraufhin deren Website angeschaut und sei sofort begeistert gewesen. "Für mein Studium sind Auslandserfahrungen wichtig. Die asiatische Kultur hat mich besonders gereizt, weil hier gänzlich gegensätzliche Wertvorstellungen, Normen und kulturelle Regeln aufeinandertreffen", berichtet die Studentin, die im Februar nach Deutschland zurückkehren und ihren Master im März machen wird.
In Bezug auf Wohlstand, Infrastruktur, Perfektionismus und Zugang zu Bildung sei Deutschland eine Insel, sagt EOC-Direktor Prof. Uwe Rehling, der das Institut 2004 auf Bali gründete. "Die deutschen Austauschstudenten lernen hier, dass finanzieller Wohlstand nicht unbedingt Voraussetzung für eine positive Lebenseinstellung ist. Bali ist kein bedeutender Wirtschaftsstandort, trotzdem können die Studenten hier etwas sehr wichtiges lernen: interkulturelle Kompetenz."
Das Studienprogramm auf Bali ist Teil des Bachelorprogramms International Management der Universität Flensburg. Die Module umfassen sowohl die Region Asien und ihre Entwicklung als auch klassische Management Fächer wie Strategisches Management und internationales Marketing.
Betreut werden kleine Gruppen von Studenten - pro Semester maximal 20 Teilnehmer. "Für mich war die intensive Betreuung eine sehr wichtige Erfahrung. In einer Gruppe von 15 Studenten hat man viel mehr Kontakt zu den Dozenten als hier in Deutschland", sagt Moritz Metz. Der 24-Jährige studiert Wirtschaftswissenschaften im 6. Semester an der Uni Hamburg und verbrachte das Wintersemester 2009/2010 auf Bali.
Moritz Metz ist neben seinem Studium in einigen Studenteninitiativen aktiv und plant nach seinem Bachelorabschluss eine Unternehmensgründung. Stefanie Funke möchte nach ihrem Master gern im Personalmanagement arbeiten, "am besten in einem internationalen Unternehmen, in dem ich meine kulturellen Erfahrungen einbringen kann".
Das Semester auf Bali biete nach der Rückkehr die Möglichkeit der Selbstreflexion, "ob man selber psychisch und physisch in der Lage sein würde, ein zukünftiges Jobangebot in Asien und in den Tropen anzunehmen", sagt Uwe Rehling. "Die Studenten müssen sich auch selbstkritisch prüfen, ob sie genügend Toleranz aufbringen, in einem anderen Kulturkreis mit Menschen völlig anderer Mentalität zu arbeiten und zu (über-)leben. Dazu gehört ebenfalls, eigene Lebenskrisen im Ausland zu meistern."
Sie werde vor allem die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen auf Bali in Erinnerung behalten, sagt Stefanie Funke. Ebenso wie das noch geringe Umweltbewusstsein. "Müll liegt einfach so in den Straßengräben, auch wenn man hin und wieder ,Keep Bali Clean'-Schilder sieht." Sie könne das Auslandssemester anderen Studierenden nur empfehlen und rät, sich nicht "von der großen Entfernung oder der fremden Kultur abschrecken zu lassen".
Video: Impressionen von Bali
















