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Karriere

Serie: Angekommen - Migranten in Hamburg (Teil 13)

"Gott hat mich sehr unterstützt"

Paulin Pekezou Fouopi kommt aus Kamerun. Er studiert Informatik an der HAW.


Foto: Ott

"Ich will das, was doch eigentlich alle Menschen wollen - eine Familie gründen, Karriere machen, glücklich sein", sagt Paulin Pekezou Fouopi. "Und wenn möglich, auch noch den Leuten daheim helfen." Daheim - das ist für den 25-Jährigen Kamerun, genauer Bafoussam, eine Großstadt im Westen des Landes, in der er aufgewachsen ist und in der er zwei Jahre Informatik und Wirtschaft studiert hat. Seine Mutter, von Beruf Schneiderin, und die jüngste Schwester leben noch dort. Drei seiner insgesamt sieben Geschwister wohnen inzwischen im Ausland: in Frankreich, Italien und Deutschland. Sein Vater ist schon vor zehn Jahren verstorben. Er war Arzt.

Ehrgeizig sind sie alle, die Geschwister. Paulin Pekezous ältester Bruder, ebenfalls Arzt, besucht gerade eine Fortbildung in Italien, eine Schwester bereitet sich mit einem Deutschkurs auf den Beginn ihres Studiums in Saarbrücken vor, eine andere schließt gerade ihr Bachelorstudium in Paris ab. Auch Paulin Pekezou hat sich sehr bewusst dafür entschieden, sein Informatikstudium in Deutschland fortzusetzen. "Ich bekomme hier an der HAW Hamburg eine besonders gute Ausbildung", ist er überzeugt. "Sie ist viel näher an der Praxis als die an meiner Uni zuhause."

Gerade schreibt der 25-Jährige seine Bachelorarbeit im Bereich der Hardwareprogrammierung. Das Ziel ist klar: Ab März wird er ein Praktikum absolvieren und im Herbst ein Masterstudium beginnen. "Und danach will ich auf jeden Fall noch promovieren", sagt Paulin Pekezou. Am liebsten wäre es ihm, wenn eine Firma ihm die Möglichkeit böte, nebenberuflich seinen Doktor zu machen.

Gern würde er die nächsten Jahre in Hamburg bleiben. "Ich fühle mich gut hier", sagt Paulin

Pekezou. Natürlich hat auch er Geschichten darüber gehört, dass Ausländer von Türstehern

abgewiesen wurden, als sie in die Disco wollten. "Aber das ist nicht typisch deutsch, so etwas erlebt man auch in Paris", sagt er. Seine Kommilitonen und Professoren jedenfalls hätten ihm den Anfang hier sehr erleichtert. "Bis heute ist das so. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar."

In sein Studium hat er sich richtig hineingekniet. Vor wenigen Wochen wurde er dafür sogar ausgezeichnet: mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD), der jährlich für hervorragende Leistungen an ausländische Studenten vergeben wird. "Ich habe mich wirklich riesig darüber gefreut. Es ist schön, wenn die eigene Arbeit anerkannt wird", sagt Paulin Pekezou. "Und Gott hat mich sehr unterstützt", betont der gläubige Katholik.

Neben den besonderen Studienleistungen müssen die Preisträger sich durch soziales Engagement hervortun. Paulin Pekezou leitet seit anderthalb Jahren ein Mathe-Tutorium. Es sei außergewöhnlich gut besucht und von den Studierenden als überdurchschnittlich bewertet worden, lobt auch sein Professor, Dr. Reinhard Völler.

Paulin Pekezou hat sich gut auf seinen Start in Deutschland vorbereitet. "18 Monate lang habe ich zuhause schon im Goethe-Institut und an einer privaten Sprachschule Deutsch gelernt", erzählt er. Später dann an der HAW setzte er sich im Unterricht aber doch lieber ganz nach vorn. "Wenn jemand sehr schnell redet oder wenn es umgangssprachlich wird, habe ich mitunter immer noch Mühe, ihn zu verstehen."

Saarbrücken und Berlin hat Paulin Pekezou sich schon angesehen. Bremen, Kaiserslautern und Frankfurt am Main kennt er ebenfalls ein bisschen. "Aber im Moment fehlt mir wegen des Studiums einfach die Zeit, viel herumzureisen." Einen Termin lässt er sich aber nie nehmen: den Besuch der Heiligen Messe, die jeden Sonnabendabend im Kleinen Michel auf Französisch gehalten wird.

In Kamerun ist er seit drei Jahren nicht mehr gewesen. "Natürlich habe ich Heimweh", gibt er zu. "Aber wäre ich dort geblieben, hätte ich keine so gute Ausbildung bekommen." Der 25-Jährige telefoniert oft mit seiner Mutter und den anderen weit verstreuten Verwandten. "Meine Familie ist sehr wichtig für mich. Obwohl wir weit auseinander leben, halten wir eng zusammen und helfen uns gegenseitig, wo immer es geht." Zurzeit kümmert er sich vor allem um seine Schwester, die erst seit vier Monaten in Saarbrücken lebt. "Denn gerade am Anfang fühlt man sich doch sehr allein." Das weiß Paulin Pekezou schließlich aus eigener Erfahrung. Er hofft darauf, irgendwann einmal seinem Heimatland nützen zu können. "Zum Beispiel, indem ich dafür sorgen kann, dass Gastprofessoren aus Deutschland an Kameruner Universitäten unterrichten."

 

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