Was macht eigentlich ein . . .
Wundexperte
Laut der Deutschen Gesellschaft für Wundversorgung leiden mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland an chronischen Wunden. Sie entwickeln sich oft in Folge von Krankheiten wie Diabetes mellitus oder venöser beziehungsweise arterieller Insuffizienz. Für Patienten bedeuten sie eine deutliche Einbuße an Lebensqualität, für Fachkräfte sind sie eine große Herausforderung.
Wundexperten beurteilen und versorgen die chronischen Wunden. Sie erstellen in Absprache mit Ärzten Versorgungspläne und besorgen Wundauflagen, Verbandsmaterial und Medikamente. Mit ihrem methodischen und interdisziplinären Wissen können sie Patienten und Pflegende anleiten und beraten.
Wundexperte wird man über eine theoretische Fortbildung mit anschließendem Praktikum und Prüfung. In Frage kommen dafür Ärzte, Pflegefachkräfte, Apotheker, Arzthelfer, Podologen und Diabetesberater mit mindestens zwei Jahren Berufspraxis. Anerkannt ist vor allem das Weiterbildungkonzept, das die Initiative Chronische Wunden (ICW) entwickelt hat. Ihr Anliegen ist es, die Wundbehandlung zu optimieren, Therapieverläufe zu verkürzen, chronischen Wunden vorzubeugen und damit die Lebensqualität bei gleichzeitiger Kostensenkung zu verbessern.
Eine einwöchige Fortbildung zum Wundexperten mit Praktikum und Prüfung hat auch der Leiter der ASB-Sozialstation Bergedorf-Lohbrügge gemacht. "In Absprache mit den Ärzten versorge ich meine Kunden täglich oder mehrmals wöchentlich, meistens direkt bei ihnen zu Hause", sagt Frank Kay (38), ursprünglich gelernter Krankenpfleger.
Wundexperten, auch Wundmanager genannt, arbeiten vor allem in Sanitäts- und Krankenhäusern sowie bei Pflegediensten. Stellen gibt es nur wenige. Viele Wundexperten sind selbstständig. Madeleine Gerber, Leiterin der ICW-Geschäftsstelle, geht davon aus, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Wundexperten aufgrund der steigenden Lebenserwartung wachsen wird.




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