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Karriere

Serie: Gesund am Arbeitsplatz (Teil 3)

Mit sich selbst im Einklang

Wer Widersprüche in seinem "Inneren Team" geklärt hat, reduziert Stress.

"Die Anforderungen im Job sind heutzutage so hoch - da ist es überhaupt kein Wunder, wenn man nicht immer sofort weiß, wie man reagieren soll", sagt Thomas Bock, Geschäftsführer, Berater und Trainer von "Bock & Teves Gesundheitsmanagement". Er plädiert darum für mehr Selfness im Job. Selfness - ein Begriff, den Zukunftsforscher Matthias Horx geprägt hat - soll die Menschen befähigen, kreativ und selbstbestimmt auf Veränderungen zu reagieren. "Ich würde den Begriff mit stimmiger Selbstführung übersetzen", sagt Bock.

"Für mich heißt es, der Kapitän auf der Brücke zu sein", erläutert Psychologe Stefan R. Manzow, Inhaber des Beratungsunternehmens "Klärungsraum". "Die Fähigkeit zum Selbstmanagement führt dazu, dass man in seinen Entscheidungen unabhängiger von äußeren Einflüssen ist", meint der Coach. Eine solchermaßen entspannte innere Haltung kommt nicht nur dem persönlichen Wohlbefinden zugute, mindert Dauerstress und die Gefahr des Burnouts: "Aus einer solchen Haltung heraus, trifft man auch die besseren Entscheidungen", betont Manzow. Und das wiederum sei eine wichtige Voraussetzung für das berufliche Fortkommen.

Doch wie gelangt man zu einer stimmigen Entscheidung, in die man sowohl die äußeren Anforderungen als auch die eigene Überzeugung integrieren kann? Die Berater empfehlen dafür das Modell des Inneren Teams, entwickelt vom Hamburger Psychologen und Kommunikationsforscher Friedemann Schulz von Thun. Es basiert auf der Idee, dass an der persönlichen Meinungsbildung immer mehrere innere Stimmen beteiligt sind, die unterschiedliche Positionen vertreten. "Werden alle in einem vernünftigen Kompromiss berücksichtigt, bin ich in der Lage, meine Argumente anderen gegenüber viel klarer und bestimmter hervorzubringen", erklärt Thomas Bock. "Wenn ich dagegen die Widersprüche in mir nicht geklärt habe, werden sich die ungehörten Stimmen anders Bahn brechen." Etwa durch Gesten oder Wortwahl. "Mein Chef oder eine Abteilung, die ich führen will, nimmt das dann als Unbestimmtheit oder Zweifel wahr." "Das Innere Team ist eine Möglichkeit, viele Aspekte eines Themas zu beleuchten", sagt Stefan Manzow. Dabei dürfe man es nicht als eine feststehende Größe sehen. "Das Team stellt sich immer anliegenbezogen auf." Wer zu den sogenannten Stammspielern gehört - ob man dem Karriereorientierten, dem Zweifler oder dem Familienmenschen am liebsten Gehör schenkt - hängt von der individuellen Entwicklung ab. "Wer viel Leistung bringt und dafür eine positive Verstärkung erfährt, durch Lob oder eine finanzielle Belohnung, wird den eigenen Antreiber öfter an Deck lassen", gibt Manzow ein Beispiel.

Am besten kommt man schriftlich zu einer Entscheidung. "Man nimmt sich ein Blatt Papier, schreibt das Problem als Überschrift darauf, malt sich selbst mit einem dicken Bauch darunter und zeichnet die beteiligten Teammitglieder in den Bauch hinein", erklärt. Thomas Bock. Wird zum Beispiel ein neues Projekt an einen herangetragen, könnten dazu "der Geschmeichelte" ("Toll, das wird mir zugetraut") gehören, "der Karrierebewusste" ("Das ist eine Chance für mich"), "der Ängstliche" ("Schaffe ich das überhaupt?") und auch "der Ehepartner" ("Bleibt genug Zeit für die Familie?"). Sie treten in Verhandlung. "Möchte ich das Projekt übernehmen?", könnte die Frage lauten, auf die alle nacheinander eine Antwort finden müssen - und über die das Oberhaupt zu einer für alle tragbaren Lösung kommen muss. "Derart gewappnet, kann ich mein Leben so gestalten, dass es zu mir passt, privat und beruflich", betont Thomas Bock.

  • Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 4 - Wege aus der Stressspirale

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