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Karriere

Serie: Was Firmen attraktiv macht (Teil 3)

Dialog mit Mitarbeitern pflegen

Intranet allein reicht nicht. Firmenchefs sollten persönliche Gespräche führen.

Wissen ist Macht. Nach dieser Devise handelten viele Führungskräfte jahrzehntelang. Sie waren der Meinung, dass ihre Mitarbeiter nur jene Informationen erhalten sollten, die sie zum Erfüllen ihrer Aufgabe unbedingt brauchen. Inzwischen hat sich aber herumgesprochen, wie wichtig der Dialog mit den Mitarbeitern für den Unternehmenserfolg ist. "Bessere Kommunikation führt zu einer höheren Zufriedenheit der Mitarbeiter, die sich mehr engagieren und damit effektiver arbeiten", erklärt PR-Spezialist Dieter Herbst. Auch eine Studie der US-Unternehmensberatung Watson Wyatt kommt zu dem Ergebnis, dass durch effektive interne Kommunikation die Mitarbeitermotivation um bis zu 30 Prozent steigt, die Fluktuationsrate deutlich sinkt und die Kundenzufriedenheit zunimmt.

Das Hamburger Telekommunikationsunternehmen Hansenet sieht die interne Kommunikation als eine strategische Führungsaufgabe an. "Wir wollen unsere Mitarbeiter umfassend informieren und versuchen, ihnen Orientierung und Deutungshilfen zu geben. Durch eine maximale Transparenz möchten wir eine stärkere emotionale Anbindung an das Unternehmen erreichen und Vertrauen aufbauen", sagt Personalchef Thomas Fiebig.

Um diese Ziele zu erreichen, hat das Unternehmen Anfang 2006 mit der Umstrukturierung der internen Kommunikation begonnen. Zentraler Baustein ist das Intranet, das Ende 2006 die Mitarbeiterzeitschrift ersetzte. "Das Intranet soll natürlich in erster Linie informieren, aber auch Unterhaltung bieten und Themen behandeln, die die Mitarbeiter emotional beschäftigen. Vor allem ist uns wichtig, dass die Mitarbeiter mit einbezogen werden", sagt Stefan Grundmann, Referent für interne Kommunikation. Für die Inhalte des Intranets ist deshalb ein redaktionelles "Editorial-Team" zuständig, für das sich interessierte Mitarbeiter freiwillig melden konnten. Es hält die Verbindung zu den einzelnen Abteilungen, in denen "Intranet-Beauftragte" die Informationen sammeln und weitergeben.

Kommunikation ist allerdings "mehr als reine Informationsweitergabe. Entscheidend ist, dass es auch die Möglichkeit einer Rückmeldung gibt", sagt Dieter Herbst. "Das persönliche Gespräch - sei es unter vier oder mehr Augen - kann durch keine noch so perfekte Print-Publikation und keinen noch so maßgeschneiderten Intranet-Auftritt ersetzt werden. Interne Kommunikation ist und bleibt eine Top-Führungsaufgabe", betont auch Kommunikationsfachmann Michael Kalthoff-Mahnke.

Hansenet trägt dieser Anforderung durch zwei weitere Maßnahmen Rechnung. Zunächst haben die Hamburger eine Informationskaskade installiert. 200 Führungskräfte werden standortübergreifend über wichtige Neuerungen und Veränderungen informiert, und nach und nach erreichen die Informationen wie das fließende Wasser die einzelnen Ressorts. Ein letzter Baustein sind die sogenannten "Floor-Discussions". In regelmäßigen Abständen gehen Geschäftsführer Harald Rösch und Personalchef Fiebig von Stockwerk zu Stockwerk und sprechen dort persönlich mit den Mitarbeitern. "Wir haben die Discussions als eine unkomplizierte Möglichkeit eingeführt, direkt Informationen weiter zu geben und Raum für Fragen zu bieten. Da kommen dann auch mal ganz unspektakuläre, aber für die Mitarbeiter dennoch wichtige Dinge heraus. Zum Beispiel, dass es auf dem einen Stockwerk Schokolade im Automaten gibt und auf dem anderen nicht", sagt Thomas Fiebig.

  • Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 4 - Was bringen gemeinsame Werte?

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