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Karriere

Was macht eigentlich ein . . .

Hirnforscher

Wie funktioniert unser Gedächtnis? Wie lernen wir? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Wie entsteht Bewusstsein und Ich-Erfahrung? Um diese und andere Fragen geht es in der Hirnforschung. Hirnforscher untersuchen die Grundlagen des Verhaltens mit Hilfe von Experimenten, sehen sich Hirnstrukturen genauer an und arbeiten sich dabei bis zu den kleinsten Molekülen vor. "Das Gehirn ist das komplexeste menschliche Organ", sagt der Neurowissenschaftler Professor Christian Büchel, "es ist hilfreich, es zu verstehen, wenn man sozialwissenschaftliche Fragen beantworten will."

Büchel studierte zunächst Medizin und promovierte in der Psychiatrie. Als Hirnforscher arbeitete er in den USA und London. 2000 kam er nach Hamburg ans UKE, wo er heute das 2004 gegründete Institut für systemische Neurowissenschaften leitet. In Deutschland gibt es nur an wenigen Universitäten einen Abschluss als Hirnforscher oder Neurowissenschaftler. Auch ein Medizinstudium ist kein Muss. Viele von Büchels Kollegen sind Biologen oder Psychologen. Im Institut des 41-Jährigen arbeiten zu zwei Dritteln Psychologen. Ein Drittel seiner Mitstreiter sind Mediziner und Biologen.

"Uns beschäftigt am Institut vor allem die Frage, wie das Gehirn Werte und Belohnung darstellt, und wir würden gern verstehen, warum manche Menschen süchtig werden", sagt Büchel. Die Hirnforschung ist ein Gebiet, in dem viele Wissensbereiche zusammenkommen. Es geht um biologische Prozesse, um Psychologie, aber auch um Informationsverarbeitung, Informatik und mathematisch-physikalische Modelle.

"Hirnforscher brauchen viel Geduld, Neugier und einen Forschertrieb. Sie müssen experimentell arbeiten und Daten erheben. Es ist keine Forschung, die auf reiner Beobachtung beruht", sagt Professor Büchel. "Der Job macht unglaublich viel Spaß, zum Beispiel weil man durch die Kernspintomographie dem Gehirn bei seiner Arbeit wirklich zusehen kann. Es gibt so viel Neues zu entdecken." So haben Hirnforscher etwa herausgefunden, dass Wachkoma-Patienten viel mehr von ihrer Umwelt wahrnehmen, als bisher angenommen wurde.

 

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