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Karriere

Serie: Das will ich wirklich! (Teil 6)

So tickt Ihr Gehirn

Planer, Macher, Chef und Controller - wir sind alles zusammen.

Sie wünschen sich mehr berufliche Erfüllung? Es liegt an Ihnen, das zu erreichen. "Nicht: Es muss etwas geschehen, sondern: Ich muss etwas tun", sagte einst der Nazi-Gegner Hans Scholl. Das gilt für jeden, der gute Vorsätze in die Tat umsetzen will - und dabei den Widerstand seines inneren Schweinehunds brechen muss.

In der letzten Folge haben wir verdeutlicht, wie stark unsere Entscheidungen von Gefühlen abhängen. Um nun nachvollziehen zu können, wie wir Entscheidungen treffen, machen wir einen Ausflug in das Wunderwerk unseres Gehirns, das Zentrum unserer Wahrnehmungen, unseres Bewusstseins, Denkens, Fühlens und Handelns.

Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Hälften, der linken und der rechten Hemisphäre, die ganz unterschiedliche Aufgaben haben, aber im Normalfall völlig reibungslos zusammenarbeiten. "Die linke Gehirnhälfte verarbeitet einzelne Informationen wie etwa Zahlen, Zeichen, Buchstaben und Wörter schrittweise. Dadurch arbeitet sie vergleichsweise langsam", erläutert Volker Herwig, Vorstand der Hamburger scan.up AG, die neurobiologische Erkenntnisse systematisch in Potenzialanalyseverfahren einsetzt. Dabei verfügt die linke Gehirnhälfte über zwei besondere Hirnsysteme (siehe Grafik):

Intentionsgedächtnis - das ist der sogenannte Planer in uns. In diesem Hirnareal vorn links erfolgt das bewusste Denken und Planen.

Objekterkennungssystem - unser innerer "Controller", zuständig für detailorientiertes Wahrnehmen, Analysieren und Zuordnen. Dort, hinten links im Gehirn, werden Ergebnisse überprüft.

"Dagegen liegt die Stärke unserer rechten Gehirnhälfte vor allem darin, viele verschiedene Informationen gleichzeitig und dadurch sehr schnell erfassen und nutzen zu können", sagt Herwig. Unsere rechte Gehirnhälfte sei darauf spezialisiert, komplexe Informationen wie etwa Bilder, Musik und unsere Erfahrungen emotional-intuitiv zu verarbeiten.

Diese Arbeitsweise schützt unser Gehirn vor der Überlastung durch Informationsüberflutung. "Um unsere Aufmerksamkeit und Gedanken nicht zu überfordern, bleiben die meisten Arbeitsprozesse, die in der rechten Gehirnhälfte ablaufen, unbewusst", erklärt Herwig. Auch die rechte Hemisphäre bedient sich zweier besonderer Hirnsysteme:

Das Extensionsgedächtnis hinter der rechten Stirnseite ist sozusagen unser innerer Geschäftsführer, zuständig für das Steuern, Koordinieren und Handeln mit Überblick.

Das intuitive Handlungssteuerungssystem, lokalisiert im rechten Hinterkopf, ist der spontane Macher in uns. Hier wird das Handeln aus dem Bauch heraus initiiert. "Dieses unbewusste Steuern unseres Handelns ermöglicht uns, unsere Bewegungen und Handlungen gekonnt und sicher auszuführen, ohne das wir jeden einzelnen Handlungsschritt bewusst lenken und kontrollieren müssen", sagt Herwig.

Wenn Sie nun eine Idee in die Tat umsetzen wollen, benötigen Sie eine spezielle Energieform, nämlich die Handlungsenergie. Aus der Motivationsforschung wissen wir, dass positive Gedanken und Gefühle diese Handlungsenergie zum Fließen bringen - was zum berühmten "Flow"-Effekt führt.

Negative Emotionen dagegen blockieren unsere Handlungsmöglichkeiten, das Feedback zwischen innerem Controller und Geschäftsführer wird blockiert. Wir verharren dann meist in einer negativen Haltung: Was hat nicht geklappt? Was kann alles schief gehen? Damit wird die kreative Ideenfindung und das Handeln mit Überblick ausgebremst.

  • Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 7 -Was treibt Sie an?

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