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Karriere

Serie: So meistern Sie Einstellungstests (Teil 8)

Spielen Sie bloß kein Theater!

Wer höflich, sachlich und überzeugend argumentiert, sammelt Pluspunkte.

"Bei Diskussionsrunden sollen die Teilnehmer zeigen, wie teamfähig sie sind, ob sie Feedback geben und moderieren können", erklärt der Psychologe Markus Kuchnicak aus Berlin. Ein Typ, der sich knallhart gegen andere durchsetze, sei dort nicht gefragt. Doch es gibt Ausnahmen: "Wenn zum Beispiel ein Vertriebler gesucht wird", sagt Svenja Hofert, Karrierecoach und Autorin aus Hamburg. "Denn so jemand soll ja durchsetzungsstark sein und Spaß am Gewinnen haben."

Hinter dem Auswahlinstrument "Gruppendiskussion" steht für Personaler die Frage: Wer entspricht dem Typus, den wir suchen? "Viele Leute bilden sich ein, es werde immer jemand gesucht, der die Führung übernimmt", erklärt Hofert. Aber das sei nicht so: "Ich habe auch schon erlebt, dass eine Bank gerade die zurückhaltenden Teilnehmer interessant fand."

Was steckt hinter dem Stellenprofil? Diese Frage sollten sich Bewerber immer vorab stellen, rät die Trainerin. "In welcher Situation steckt das Unternehmen? Was bedeutet das für die Stelle, die ich besetzen möchte? Welche Philosophie vertritt der Unternehmensvorstand?" Aus diesem Kontext könnten Bewerber oft schon herauslesen, welche Persönlichkeiten gesucht seien.

Diskussionsrunden werden oft im Rahmen eines Assessment Centers (AC) eingesetzt und dauern meist zwischen 15 und 60 Minuten. "Mitunter sind sie gleich die erste Stufe des Auswahlverfahrens", erklärt Hofert. Die Themen, mit denen die Teilnehmer konfrontiert werden, sind breit gefächert. Ob tagesaktuelles Geschehen, ein Problem der Branche oder eine reine Gruppenaufgabe - möglich ist alles.

"Soll die Konfliktfähigkeit der Bewerber geprüft werden, müssen sie oft ein kontroverses, mitunter auch politisches Thema diskutieren", verdeutlicht Markus Kuchnicak. "Illegales Downloaden von Musik - ein Kavaliersdelikt?", könne ein solches Thema sein. Wenn es darum gehe, die Kooperationsbereitschaft zu testen, würden oft Gruppenaufgaben gestellt. "Dann muss man zum Beispiel eine Liste mit Aussagen zum Thema ,Das ist wichtig für die Karriere' in eine Rangfolge bringen, der alle zustimmen", erklärt Kuchnicak.

Sich vorab zu überlegen, wie man wahrgenommen werden möchte und sich entsprechend zu verhalten, funktioniere nicht, meint der Berliner Berater. "Meist vergessen die Teilnehmer sehr schnell, dass sie unter Beobachtung sind." Svenja Hofert meint: "Es bringt nichts, etwas vorzuspielen, was man nicht ist. Das bemerken die Beobachter schnell." Und auch der Bewerber selbst tue sich damit keinen Gefallen. "Wenn einen die Rolle, die man in der Gruppe übernimmt, anstrengt, dann ist sie nicht die richtige." Wer also Spaß am Moderieren und Koordinieren hat, sollte auch in der Gruppendiskussion diese Aufgabe übernehmen. Wer dagegen eher ein kritischer Zuhörer sei, sollte sich auch in der Gruppendiskussion im AC nicht in den Vordergrund drängen. Generell gelte aber dennoch: "Initiativ sein und von sich aus Beiträge einbringen, das kommt gut an", so Kuchnicak. Und zwar sachlich und nüchtern: Denn leidenschaftliche Stellungnahmen würden nicht honoriert, betont der Psychologe. Wer emotional wird, hat keine Chance. "Die Aufgaben im Job sollen ja auch nicht aus dem Bauch heraus entschieden werden."

"Dass man in der Diskussion die grundlegenden Kommunikationsregeln einhält, sollte selbstverständlich sein", hebt Svenja Hofert hervor: "Zuhören, niemandem über den Mund fahren, Aussagen anderer aufgreifen." Gibt es in der Gruppe jemanden, der sich dominant in den Vordergrund spielt, sollte man nicht in direkte Konfrontation mit ihm gehen. "Suchen Sie sich stattdessen Verbündete", rät Markus Kuchnicak. "Zum Beispiel, indem Sie in die Runde fragen: ,Und wie sehen das die anderen?'", Der Störenfried werde meist von allen als solcher empfunden, sodass die übrigen Teilnehmer dankbar dafür seien, wenn er gebremst werde.

Obwohl es vor allem auf die verbalen Fähigkeiten der Bewerber ankomme, sollten sie auch ihre Körpersprache nicht außer Acht lassen. "Passen Sie auf Ihre Haltung auf!", rät Hofert. "Manche Teilnehmer putzen auf dem Tisch herum, kratzen sich oder zeigen andere Marotten."

  • Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 9 - Beim Smalltalk punkten

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