Was macht eigentlich ein ...
Ideeologe?
Soll es eine verrückte oder eine revolutionäre neue Idee sein? Jens-Uwe Meyer unterscheidet 60 Arten von Ideen. Wenn es darum geht, Scheuklappen...
Soll es eine verrückte oder eine revolutionäre neue Idee sein? Jens-Uwe Meyer unterscheidet 60 Arten von Ideen. Wenn es darum geht, Scheuklappen abzulegen und neue Denk-Wege zu gehen, ist Meyer als Experte gefragt. Der 42-Jährige ist Ideeologe, ließ sich die Berufsbezeichnung schützen und beschäftigt sich hauptberuflich mit Ideen. Er hilft Unternehmen und Menschen dabei, neue Ideen zu entwickeln, und gründete 2006 seine eigene Firma. Meyer berät Firmen wie Volkswagen, Microsoft und Bärenmarke. In Workshops werden neue Wege erprobt. Für ein Schweizer Reiseunternehmen seien im ersten Schritt Alkoholikerreisen und schließlich Destilleriereisen nach Schottland herausgekommen.
"Es geht darum, Bewährtes durch Neues zu ergänzen und dabei auf Trends von Zukunftsforschern aufzubauen", sagt Meyer. "Ich verändere den Denkrahmen von Menschen und bin quasi das Bindeglied zwischen den Trendforschern und dem strategischen Management." Aus den neuen Ideen werden Konzepte abgeleitet, die in den Firmen weiterentwickelt werden. Meyer wendet bei seiner Arbeit verschiedene Methoden an wie beispielsweise DIAS, das Denken in Analogien. "Wir verwechseln Kreativität immer mit Verrücktheit. Es geht jedoch darum, neue Fragen zu stellen und über den gewohnten Tellerrand zu schauen." Dabei können fachfremde Bereiche dienlich sein. Für neue Kosmetikbürsten holte sich Meyer Anregungen aus dem Laserdruck und der Medizintechnik. Im Design gibt es für Formen und Farben viele Anleihen aus der Natur. "Man darf keine Berührungsängste haben", sagt Meyer, der als Autor über Kreativität und Strategie schreibt und zwei Jahre lang die Arbeitsmethoden des Erfinders Thomas Edison untersucht hat, aus denen er 2008 in einem Buch das Edison-Prinzip ableitete.
Seinen Berufsweg begann Meyer als Polizeibeamter in Hamburg, er war auch an der Davidwache tätig. Nach acht Jahren verließ er die Polizei, berichtete als Chefreporter von ProSieben aus 25 Ländern und war Programmdirektor von Antenne Thüringen. Unternehmensstrategisches Wissen sei in seinem Job wichtig. "Außerdem bin ich ein sehr neugieriger Mensch, der den Leuten Löcher in den Bauch fragt", sagt Meyer. Viele Anregungen hole er sich aus Alltäglichem. "Der Supermarkt nebenan ist der beste Ort für Inspirationen."




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