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Karriere

Klartext: Udo Klöpping über die Northern Business School

"Wirtschaft braucht Nachwuchs"

Hamburger Kaufleute gestalten die berufsbegleitenden Studiengänge mit.

Abendblatt:

Sie sitzen im Kuratorium der neuen Northern Business School. Warum engagieren Sie sich für dieses Projekt?

Udo Klöpping:

Die NBS schlägt eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Die Wirtschaft hat die Möglichkeit, Studiengänge mitzugestalten. Im Kuratorium kann ich als Unternehmensvertreter die Anforderungen der Logistikbranche in die Studiengänge einfließen lassen. Zudem zeichnet sich auf breiter Front ein Mangel an Fachkräften ab.



Abendblatt:

In welchen Bereichen ist die Lücke besonders groß?

Klöpping:

Bei hochqualifizierten Fachkräften können drei von zehn Unternehmen in Deutschland ihren Bedarf nicht decken. Das setzt sich auch weiter nach unten fort. Wir Spediteure können zehn Prozent der Stellen für Fachkräfte nicht besetzen. Insbesondere fehlen Wirtschaftsingenieure, Transportmanager für die Disposition und Manager mit Intermodalkenntnissen.



Abendblatt:

Und diese speziellen Bedürfnisse fängt die NBS auf?

Klöpping:

Logistik ist einer der Schwerpunkte. Ab September wird hierfür ein eigener Studiengang, der auf Wirtschaftsingenieurswesen basiert, angeboten. Logistik wird auch in der BWL integriert sein. Der geplante Studiengang Coffeemanagement hat ebenfalls viel mit Logistik zu tun.



Abendblatt:

Inwiefern?

Klöpping:

Hier geht es zum großen Teil um die Beschaffung von Rohstoffen, um Produktionslogistik und Distribution. Coffeemanagement ist viel weniger speziell als es den Anschein hat. Im Grunde werden dort Inhalte vermittelt, die man in jedem Unternehmen, das mit Rohstoffen handelt und sie veredelt, braucht - eben auch in einem Logistikunternehmen.



Abendblatt:

Das Studium der NBS ist berufsbegleitend angelegt. Ist das in Ihren Augen ein Vorteil?

Klöpping:

Wir bevorzugen eindeutig Bewerber, die ein berufsbegleitendes Studium abgeschlossen haben. Sie bleiben über die Dauer des Studiums in der Praxis und verlieren nicht den Anschluss. Zudem haben sie bewiesen, dass sie sich gut organisieren können, leistungsorientiert und belastbar sind. Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, damit nimmt auch das berufsbegleitende Studium einen immer größeren Stellenwert ein.



Abendblatt:

Aber die Inhalte der Studiengänge sind verglichen mit einem Vollzeitstudium doch deutlich abgespeckt?

Klöpping:

Nein, die Stundenzahl ist identisch. Aber staatliche Hochschulen sind häufig zu theorielastig. Die Studiengänge sind darauf ausgerichtet, dass die Absolventen in die Forschung gehen. Das tut jedoch nur ein sehr geringer Teil. All jene, die nach einem BWL-Studium in ein Unternehmen gehen, haben viele Dinge gelernt, die sie im Beruf nie mehr benötigen. Dafür haben sie vieles nicht gelernt, was sie später brauchen.



Abendblatt:

Und das wird in der NBS vermittelt?

Klöpping:

Die NBS orientiert sich stark an der Praxis, schon allein durch die Hamburger Kaufleute, die die Lehrinhalte mitbestimmen. Hier werden neben dem Fachwissen auch die sogenannten Soft Skills und Führungskompetenz vermittelt.



Abendblatt:

Und wie sieht es mit der Nachfrage vonseiten der Studierenden aus?

Klöpping:

Wir sind sehr zufrieden. Eigentlich sollte der Lehrbetrieb erst im Herbst starten. Da sich aber schon jetzt genügend Studienanfänger eingeschrieben haben, beginnen wir ein Semester früher. Insgesamt sollen später etwa 60 Studenten pro Semester aufgenommen werden. Diese übersichtliche Anzahl ermöglicht eine sehr individuelle Betreuung.Interview: Bettina Brüdgam

 

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