Dienstag, 29. Mai 2012, 14:27

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Karriere

Serie: Gesund am Arbeitsplatz (Teil 10)

Wertschätzung wirkt

Nur wer sich in seiner Umgebung wohlfühlt, bleibt fit und leistungsfähig.

"Wenn die Bedingungen am Arbeitsplatz optimal sind, macht die Arbeit Spaß, man wird produktiver und bleibt auch noch gesund", sagt Anabel Schröder, Inhaberin des Instituts für Werden & Wandel von Mensch & Organisation (IWEWA). Doch was macht sie "optimal", die Bedingungen? "Zunächst einmal muss das Bedürfnis jedes Einzelnen befriedigt sein, als Individuum gesehen und anerkannt zu werden", erklärt die Beraterin. "Das ist eine Führungsaufgabe", betont sie. Zur Wertschätzung gehören aber auch die äußeren Gegebenheiten, hebt Monja Bedke, Chefin von Culture & Co, hervor. "Habe ich genug Platz, um mich entfalten zu können? Wie steht es um das Licht?", nennt sie zwei Beispiele. Allein dadurch, wie er mit diesen Themen umgeht, demonstriert ein Arbeitgeber schon seine Wertschätzung dem Beschäftigten gegenüber - oder eben den Mangel daran.

Darüber hinaus zeige natürlich die gesamte Unternehmenskultur, wie viel die Mitarbeiter ihrer Firma wert seien. Nur wenn Gespräche geführt und auf Konflikte eingegangen würde, die Leitung den Mitarbeiter schlichtweg ernst nähme, könne sich ein Wohlgefühl am Arbeitsplatz entwickeln. "Motivation muss von innen und außen kommen, dann ist der Mensch im Gleichgewicht", erklärt Monja Bedke - und verweist auf die Erkenntnisse des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, die er in seiner sogenannten Bedürfnispyramide deutlich gemacht hat (s. Grafik).

Individuell seien die Bedürfnisse allerdings unterschiedlich, betont Anabel Schröder vom IWEWA. Kreative Köpfe etwa bräuchten gestalterischen Freiraum, "gruppenbedürftigere" Menschen hätten mehr Leitung nötig, um sich wohlzufühlen. Beiden Typen gemeinsam ist jedoch: Wird ihr Bedürfnis nicht befriedigt, bedeutet das Stress für sie - mit allen gesundheitlichen Konsequenzen. "Darum sollten Organisationsstrukturen nie pauschal sein", rät Anabel Schröder. Und zum Beispiel ermöglichen, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, soweit das möglich ist, selbst gestalten. "Wird das Aufstellen von Fotos oder anderen persönlichen Gegenständen verboten, kann das für manche Menschen sehr frustrierend sein", warnt die IWEWA-Chefin. "Viele brauchen etwas Persönliches am Arbeitsplatz, um sich dort auf eine Art heimisch zu fühlen."

Können sie das nicht, hat das nicht nur Nachteile für den Mitarbeiter: Wer die Wertschätzung seines Arbeitgebers vermisst, fühlt sich seinem Unternehmen weniger verbunden, engagiert sich weniger, geht vielleicht sogar bis in die innere Kündigung. "Umgekehrt funktioniert das aber genauso", sagt Monja Bedke von Culture & Co. "Wer sich in seiner Firma wohlfühlt, identifiziert sich stärker mit dem Unternehmen und steht dazu." So jemand bringe seine Ideen stärker ein und stütze eine positive Unternehmenskultur. "Denn das Klima gestaltet schließlich jeder mit." Der Gesundheit am Arbeitsplatz dienen, heißt also nicht nur, Zeit richtig zu managen, ergonomische Büromöbel zu haben, sich angemessen zu ernähren und die Tipps der Rückenschule zu beherzigen. Es heißt auch, eine Unternehmens- und vor allem Führungskultur zu etablieren, in der sich jeder Einzelne wertgeschätzt fühlt und seine Talente entwickeln darf. Mitarbeitern die Möglichkeit zu einem "Wohlfühl-Arbeitsplatz" zu bieten, dient somit allen: Dem Beschäftigten, seiner Karriere und Gesundheit ebenso wie dem Unternehmen und seinem Erfolg.

  • Lesen Sie an dieser Stelle ab nächstem Wochenende unsere neue Serie: Das 1 x 1 des Verhandelns.

  •  

    Artikel versenden

    Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus