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Karriere

Serie: Das will ich wirklich! (Teil 7)

Was treibt Sie an?

Den Schlüssel für mehr Leistung hat jeder selbst.

Nehmen wir einmal an, Sie leisten gute Arbeit und bekommen einen größeren Dienstwagen, einen neuen Blackberry sowie am Jahresende eine saftige Bonuszahlung. Eine wirklich schöne Anerkennung Ihrer Leistung. So etwas motiviert - sollte man jedenfalls annehmen. Der Management-Querdenker Reinhard K.. Sprenger indes behauptet das Gegenteil: "Solche Prämien beeinflussen die Motivation - und zwar negativ. Je mehr ich mit externen Belohnungen auf ein Handeln reagiere, das eigentlich um seiner selbst willen gemacht wurde, desto mehr verdränge ich den Eigenantrieb." Den Schlüssel für berufliche Zufriedenheit trägt nach Sprengers Ansicht jeder in sich selbst: "Fragen Sie sich: Lebe ich mein Talent? Tue ich das, was mir leicht fällt? Talent ist etwas, womit ich freiwillig gern meine Zeit verbringe. Wenn irgendwo Blut, Schweiß und Tränen fließen müssen, bis tolle Ergebnisse herauskommen, dann ist das sicher kein Talent von mir."

Allerdings sind in Deutschland nur 13 Prozent der Arbeitnehmer tatsächlich mit Leib und Seele bei ihrer Arbeit, wie das Umfrageinstitut Gallup im Jahr 2006 ermittelte. Nun haben die anderen 87 Prozent nicht zwangsläufig den falschen Beruf gewählt. Die Frage ist aber: Werden sie richtig eingesetzt? Sprenger rät deshalb: "Außerdem müssen Sie herausfinden: Ist mein Talent in dem Unternehmen, in der Abteilung, bei meiner Aufgabe auch wirklich gewollt? Wenn Sie überzeugt sagen können: ,Ja, ich lebe mein Talent und bin auf dem richtigen Spielfeld', dann sollte es keine Motivationsprobleme geben." Das wird auch von der Forschung bestätigt. "Menschen sind dann am glücklichsten, wenn sie das tun, was sie am besten können", sagt der bekannte Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi.

Was aber nicht bedeute, dass das Entscheidungskriterium für die Berufswahl der "Spaß" an der Arbeit sein sollte, warnt der Schweizer Managementexperte Fredmund Malik. Es gibt für ihn keinen zwingenden Zusammenhang zwischen "gern tun" und "gut tun": "Wer gerne musiziert, wird nicht zwingend ein guter Musiker." Das entscheidende Merkmal ist für Malik, dass man sich auf das konzentriert, was einem "einfach von der Hand geht" - das wird automatisch zu guten Arbeitsergebnissen führen, die Ihnen Freude und Stolz vermitteln.

Es kommt also darauf an, dass Sie Ihre eigenen Stärken und Motivatoren (er)kennen. Davon wird Ihre Persönlichkeit geprägt. Es gibt viele Testverfahren, mit denen Sie Ihre Präferenzen und damit Ihren Typus recht zuverlässig analysieren können. Die bekanntesten Diagnoseverfahren sind der Myer-Briggs-Typenindikator (MBTI), das Insights-MDI-Verfahren und das DISG-Modell (Abkürzung für dominant, initiativ, stetig, gewissenhaft). Langjährige Untersuchungen des Motivationsforschers Prof. Julius Kuhl von der Universität Osnabrück sind die Basis für die Potenzialanalysen der Hamburger scan-up AG. Mit ihnen können mehr als 120 individuelle Persönlichkeitsmerkmale gemessen werden, die Aufschluss geben über die unbewussten Motivstrukturen und Selbststeuerungskompetenzen.

  • Lesen Sie am nächsten Wochenende: Teil 8 - Passt Ihr Job zu Ihren Talenten?

    Mehr zum Thema im Internet: www.abendblatt.de/motivation

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