22.09.12

Cruise Management

Fit für die Kreuzfahrt-Branche

Die Spezialisierung Cruise Management für angehende Betriebswirte an der Hotelfachschule Hamburg bietet hervorragende Jobperspektiven.

Von Yvonne Scheller
Foto: Klaus Bodig
Cruise Manager
Marcel Kokot, 32, und Imke Sassmannshausen, 26, streben Führungspositionen auf einem Kreuzfahrtschiff an

Mehr als 500 000 Kreuzfahrtbegeisterte zog es Mitte August zu den "Hamburg Cruise Days 2012", unter ihnen auch Imke Sassmannshausen und Marcel Kokot. Statt sich im Strom der Schaulustigen treiben zu lassen, besuchten sie die "AidaLuna" und die MSC "Lirica" und damit vielleicht ihre künftigen beruflichen Einsatzfelder. Denn Sassmannshausen und Kokot haben sich im Rahmen ihres betriebswirtschaftlichen Studiums an der Hotelfachschule Hamburg für den neuen Studienschwerpunkt "Cruise Management" entschieden.

"Als Hotelfachfrau habe ich die normale und die Sternegastronomie kennengelernt. Im Tafelhaus an der Elbe konnte ich die großen Schiffe vorbeiziehen sehen und sagte mir, der nächste berufliche Schritt geht entweder in die die Luft oder aufs Meer. Als dann Cruise Management angeboten wurde, war der Weg klar", sagt Sassmannshausen. Zudem möchte die 26-Jährige mit ihrem nächsten Karriereschritt "meine Grenzen kennenlernen". Denn trotz Berufserfahrung in der Gastronomie ist der Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff mit seiner großen Nähe zu Kollegen und zuweilen anspruchsvollen Gästen eine Herausforderung.

Dies und der anhaltende Bedarf nach qualifizierten Fachkräften ist der Grund für das neue Bildungsangebot. So ist Cruise Management in Zusammenarbeit mit der Handelskammer Hamburg, der Wirtschaftsbehörde und namhaften Unternehmen der Kreuzfahrtbranche, wie TUI Cruises, Sea Cloud oder AIDA Cruises entwickelt worden. "Aus den Reedereien kommen Gastdozenten zu uns und geben Einblick in nautische Hintergründe oder führen ein in das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff. Umgekehrt besuchen wir bei Exkursionen Werften oder den Verein Hamburg Cruise Center", sagt Eva Hjertquist, eine der beiden Leiterinnen. Voraussetzung für die zweijährige Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt sind eine Berufsausbildung im gastronomischen Umfeld sowie ein bis zwei Jahre Berufserfahrung. "Das bietet uns eine gute Basis. Wir bringen vorhandene Erfahrungen zusammen und entwickeln sie themenorientiert weiter - mit Augenmerk auf die Förderung von Führungskompetenzen", sagt Schulleiter Robert Panz.

Die 19 Teilnehmer der Spezialisierung erarbeiten gerade "Company profiles der wichtigsten Cruise Lines", sagt Hjertquist. Wenn es sich anbiete, geschehe dies auf Englisch. Das ist an Bord die übliche Sprache. Ein wichtiges Thema sind ferner Sicherheitsanforderungen. Daneben stehen Interkulturelle Kompetenz, Umweltmanagement, Logistik und IT auf dem Stundenplan.

Typische Positionen für die Absolventen sind später Führungsjobs wie der Hoteldirektor an Bord. Diese Position interessiert auch den gelernten Koch Marcel Kokot. "Es hat durchaus schon Köche gegeben, die an Bord von Kreuzfahrtschiffen zum Hotelmanager aufgestiegen sind", sagt der 32-Jährige. Aber auch eine Position als Sous-Chef oder die Verantwortung für die anspruchsvolle Proviantlogistik würde ihn reizen. Die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff hat er bereits getestet. "Ich bin zunächst auf Donau und Rhein gefahren, später mit AIDA Cruises durchs Mittelmeer und Südost-Asien." Ihm haben die besonderen Anforderungen an Bord nichts ausgemacht. Zu rechnen ist mit Zehn- bis Zwölf-Stunden-Schichtdiensten sieben Tage die Woche und das ein halbes Jahr lang - der üblichen Vertragsdauer. "Darauf bereiten wir unsere Studierenden auch psychologisch vor. Niemand startet bei uns blauäugig in eine Karriere auf einem Kreuzfahrtschiff", verspricht Hjertquist.

Gefragt sind seine Absolventen allemal, betont Panz. "Die Kreuzfahrt-Branche boomt. Wir hatten es in der Vergangenheit mit einem rasant wachsenden Markt zu tun, und die Prognosen sind ungebrochen positiv. Entsprechend groß ist der Fachkräftebedarf."

Die zehn Ozeanriesen im Vergleich
im Mai 2012 waren ADAC-Tester an Bord der untersuchten Schiffe und fuhren Teilstrecken der jeweiligen Mittelmeer-Routen mit. Die Checkliste umfasste 150 Prüfpunkte.
Auf dem 10. Platz landere die "Costa Serena" der Reederei Costa Crociere. Hier war die Auswertung schwierig, da die Schiffleitung mit den Testern nicht kooperieren wollte.
Platz 9 nimmt die "MSC Splendida" der Reederei MSC Crociere ein. Hier war das Sicherheitsmanagement mangelhaft
Den achten Platz sicherte sich die "MSC Orchestra", ebenfalls ein Schiff der Reederei MSC Crociere. Konstruktion und Stabilität sowie Sicherheitsmanagement wurde als ausreichend bewertet (teilweise mit Sternchen).
Die "Navigator of the Seas" der Reederei Royal Carribean Int. konnte in Konstruktion und Stabilität dagegen punkten, das Sicherheitsmanagement wurde aber als mangelhaft bewertet.
Auf Platz sechs des ADAC-Rankings landete die "MSC Fantasia" der Reederei MSC Crociere. Sie fährt unter panamaischer Flagge. Auch hir ist das Sicherheitsmanagement ein Kritikpunkt, in Punkto Sicherheitsinformation, Brandschutz und Rettungsmittel konnte das Schiff aber überzeugen.
Die "Norwegian Epic" der Norwegian Cruise Line schneidet auf Platz fünf ähnlich ab wie die sechstplatzierte "MSC Fantasia", kann allerdings mehr Personen befördern.
Die Reederei "Royal Carribean Int."landete auf dem vierten Platz. Bis auf den Punkt Konstruktion und Stabilität hatten die Tester nichts zu bemängeln.
Platz drei ging an die "Costa Fascinosa" der Reederei Costa Crociere. Hier wurden alle Aspelkte positiv bewertet, auch der Aspekt, dass die Schotten auf hoher See auch nicht in Ausnahmefällen geöffnet sein dürfen, spielte eine Rolle.
Mit dem zweiten Platz und der "AIDAdiva" der AIDA Cruises beginnt die Oberliga der Kreuzfahrtschiffe - zumindest wenn es um das ADAC-Urteil geht. Hier konnte als Gesamtwertung bereits das Urteil "sehr gut" vergeben werden.
Der erste Platz ging ebenfalls an ein Schiff der Reederei AIDA cruises. Die "AIDAbella" unter italienischer Flagge hat laut Testern keinerlei Mängerl aufzuweisen, punktet in allen Kategorien mit dem Urteil "sehr gut".
Quelle: ADAC
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