22.09.12

Top im Job

Unzufriedenheit im Job? Raus aus der Passivität

Mitarbeiter sollten sich nicht mit ihrer Unzufriedenheit im Unternehmen abfinden. Karrierecoach Dorothea Meyer gibt Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung.

Von Andrea Pawlik
Foto: privat
Dorothea Meyer coacht Mitarbeiter bei ihrer beruflichen Entwicklung
Dorothea Meyer coacht Mitarbeiter bei ihrer beruflichen Entwicklung

"Viele Leute sind unzufrieden in ihrem Job", sagt Karrierecoach Dorothea Meyer. "Aber sie ändern nichts." Ein großer Fehler, findet die Beraterin, die Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zur Seite steht. "Wer ungern zur Arbeit geht, sollte dieses Gefühl unbedingt ernst nehmen und versuchen, herauszufinden, woran es liegt", sagt sie.

Weiterzumachen mit Parolen à la "anderen geht es doch genauso", tue jedenfalls nicht gut, sagt die Motivationsexpertin. "Denn das Gefühl der Unzufriedenheit steigert sich, wenn man ihm nicht auf den Grund geht." Eine Situation schlichtweg auszuhalten und nichts zu ändern, lasse nur Zynismus entstehen, sagt Dorothea Meyer.

Am Anfang steht darum eine Analyse. "Dazu fragt man sich, was genau es ist, das einem die Arbeit verleidet", erklärt Meyer. Liegt es am Team? Am Vorgesetzten? Daran, dass man seine Fähigkeiten nur zu einem Bruchteil einbringen kann? Sind die Aufgaben langweilig? Oder verursacht die Art des Umgangs, die gesamte Unternehmenskultur die Unzufriedenheit? Eine Aufteilung in sachliche und personelle Gründe sei hier sehr hilfreich.

"Am besten, man führt eine Art Arbeitstagebuch", sagt Dorothea Meyer. "Das trägt man den ganzen Tag über bei sich und schreibt umgehend auf, was einen stört." Nach einigen Wochen wird dann Resümee gezogen - und das Ergebnis zugespitzt. Meyer: "Wer oder was ist es konkret, das mich am Team stört? Welche meiner Kompetenzen genau kann ich hier nicht einbringen?"

Die Analyse braucht einige Zeit. Nicht nur deswegen rät die Karrierebegleiterin von Kurzschlusshandlungen wie einer unüberlegten Kündigung ab. "Das bringt den Menschen in Zugzwang", sagt sie. "Wenn ich dringend einen neuen Job brauche, habe ich nicht mehr die nötige Souveränität, um mich auf Augenhöhe mit einem neuen Arbeitgeber zu sehen."

Eine andere Herangehensweise als sich auf die Unzufriedenheit zu konzentrieren, bietet die Analyse der eigenen Stärken. Unter der Überschrift "Was mache ich wirklich gern?" listet der unzufriedene Arbeitnehmer auf, was ihm eigentlich Spaß macht. "Genau darin liegen in der Regel auch seine Stärken", sagt Karrierecoach Meyer. "Wenn ich dann ein Ungleichgewicht sehe, zwischen dem, was ich gern tue und dem, was ich im Job davon umsetzen kann, habe ich den Grund für meine Unzufriedenheit gefunden."

Ein Jobwechsel, auch der gut vorbereitete, sollte immer wohl überlegt sein. "Zunächst einmal geht man mit einer konkreten Idee zu seinem Vorgesetzten", sagt Dorothea Meyer. Welcher Art die Idee ist, hängt davon ab, was der Mitarbeiter zuvor als den wichtigsten Auslöser seiner Unzufriedenheit identifiziert hat. Gründe können zum Beispiel sein: Über- oder Unterforderung, Frustration wegen mangelnder Karrierechancen, Probleme mit Kollegen, uneffeziente Abläufe.

Wenn im eigenen Unternehmen keine positive Entwicklung mehr möglich ist, sollte man den Jobwechsel ins Auge fassen. "Um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen, muss ich die Stellenanzeigen diesmal aber ganz genau daraufhin untersuchen, ob sie einen Job beschreiben, in dem ich meine Kompetenzen einbringen kann", erklärt Dorothea Meyer.

Später im Bewerbungsgespräch sollte der Kandidat sich selbstbewusst als gleichberechtigter Partner des Arbeitgebers verstehen. "Dann agiert man auch so." Und damit wächst die Wahrscheinlichkeit, die eigenen Vorstellungen im nächsten Job besser verwirklichen zu können.

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