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Karriere

Eigenes Netzwerk knüpfen

Wer Kontakte gezielt pflegt, kommt beruflich oft weiter.

Keine Frage, Leistung zählt nach wie vor im Job. "Aber Kontakte werden für den beruflichen Erfolg immer wichtiger", beobachtet Susanne Triebs vom Büro für Berufsstrategie in Hamburg. Wer über ein engmaschiges Netzwerk verfügt, kommt leichter an Aufträge und weiß von Jobs, bevor sie inseriert werden. "Unternehmen vergeben inzwischen etwa 60 Prozent der Stellen über Kontakte", behauptet Susanne Triebs. Leistungsfeindlich findet Triebs das Klüngeln - neudeutsch: Networking - nicht. Schließlich wird man immer nur jemanden empfehlen, der auch für einen selbst eine gute Referenz ist. Und ohne entsprechende Leistung helfen langfristig auch die besten Kontakte nicht weiter. Gerade bei der derzeit hohen Arbeitslosigkeit werden freie Stellen oft eher unter der Hand vergeben. "Viele Chefs haben es gar nicht mehr nötig, eine Anzeige zu schalten", sagt Karriereberaterin Martina Frisch. Schließlich stapeln sich schon jede Menge Initiativbewerbungen auf ihren Schreibtischen. Zudem hören sich Arbeitssuchende vermehrt im Bekanntenkreis um, wenn die Stellenanzeigen in der Zeitung weniger werden. Wer dann ein gutes Netzwerk aufgebaut hat, kann aus dem Vollen schöpfen. Man konkurriert nicht, wie auf dem klassischen Bewerbungsweg, mit oft mehreren hundert Wettbewerbern. "Und eine Empfehlung schafft sofort Vertrauen", sagt Karriereberaterin Frisch. Ob ein Kollege, ein Bekannter, der Nachbar oder der Bäcker um die Ecke: "Als Netzwerk-Kontakt kommt jeder in Frage", erklärt Martina Frisch. 500 Kontakte hat jeder von uns im Schnitt. Darauf lässt sich aufbauen, wenn man sein persönliches Netzwerk knüpfen möchte. "Vor allem sollte man sich vorher überlegen, welches Ziel man verfolgt", rät Susanne Triebs. In welche Kreise möchte ich kommen? Und was möchte ich durch das Networking erreichen? Aufgeschlossenheit ist oberstes Gebot. Jedes Seminar, jede Messe, jeder Vortrag bietet die Chance, das Kontaktfeld auszuweiten. Hat man jemanden kennen gelernt, sollte man sich innerhalb von drei Tagen melden. Und auch danach wollen die Kontakte gepflegt werden. "Dafür sollte man regelmäßig Zeit einplanen", rät Martin Frisch. Die wichtigste Regel dabei: Wenn Sie einen Tipp oder Hilfe bekommen, sollten Sie sich immer revanchieren. "Es ist ein Geben und Nehmen - zuerst aber vor allem ein Geben", erklärt Iris Steinhagen, zweite Sprecherin des Vorstandes, die Umgangsformen bei den Hamburger Wirtschaftsjunioren der Handelskammer. Kandidaten, die lediglich lohnende Kontakte abschöpfen wollen, laufen schnell ins Leere. "Das fällt spätestens nach sechs Monaten auf", so die 36-Jährige. Über die Mitgliedschaft in solch einem formellen Netzwerk lassen sich besonders leicht Beziehungen knüpfen. Denn es werden regelmäßig Veranstaltungen angeboten, bei denen man auf Gleichgesinnte trifft. Iris Steinhagen ist seit vier Jahren Mitglied der Wirtschaftsjunioren. "Ich habe hier jede Menge gelernt - sowohl fachlich als auch im sozialen Bereich", erklärt sie. Zudem kann die Geschäftsführerin der Komplettverpackungsfirma Eurotrend immer auf die Hilfe anderer Mitglieder zählen, etwa wenn Spezialwissen gefragt ist. "Dann rufe ich jemanden an, der sich damit auskennt", so Iris Steinhagen. Schließlich müsse man nicht alles selbst wissen, sondern wissen, wer was weiß. Büro für Berufsstrategie, Susanne Triebs, Tel. 23 60 88 58; Eurotrend, Iris Steinhagen, Tel. 69 44 33 33; Martina Frisch, Tel. 27 80 86 18

 

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