Mittwoch, 16. Mai 2012, 14:15

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Garten Magazin Alster

Karriere

Alternative zum Technik-Studium

Rotationin mehreren Betrieben soll Informationselektronikern viel Erfahrung in kurzer Zeit vermitteln.

Moderne Informationstechnik ist allgegenwärtig, und ein Leben ohne Handy, Computer, Kabel- und Satellitenfernsehen nur noch schwer vorstellbar. Trotzdem mangelt es Service- und Reparaturbetrieben an qualifiziertem Nachwuchs. Mit der Ausbildung zum Technischen Betriebswirt Informationselektronik bieten Hamburger Unternehmen gemeinsam mit der Handwerkskammer Abiturienten nun bereits im dritten Jahr eine spannende Alternative zum Studium. Und das mit glänzenden Berufsaussichten. Die dreijährige Ausbildung ist eine Kombination aus Lehre und betriebswirtschaftlichem Kurzstudium. Alle Bereiche sind eng miteinander verzahnt. Zusätzlich zur Berufsschule besuchen die Auszubildenden die Technische Akademie der Handwerkskammer. Dort werden die betriebswirtschaftlichen Inhalte unterrichtet. Überbetrieblicher Unterricht soll helfen, Theorie und betriebliche Praxis zusammenzubringen. "Dort bauen wir eigene Schaltungen auf oder reparieren Geräte", sagt Nils Dörhöfer. "Wir probieren praktisch aus, was wir uns in der Berufsschule theoretisch erarbeitet haben." Der 20-Jährige ist seit September 2001 Azubi bei AVC Audio Video Communication Service, einem Technikdienstleister im Medienbereich. Um möglichst viele Aufgabenstellungen kennen zu lernen, rotieren die Azubi bei dieser bundesweit einmaligen Ausbildung zeitweise in unterschiedlichen Betrieben. Bislang elf Hamburger Unternehmen haben sich dafür mit der Handwerkskammer, der Innung und der Gewerbeschule zu einer Ausbildungskooperation zusammengeschlossen. Mit dabei sind außer dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) oder Lufthansa Systems auch mittelständische Unternehmen. "Für den überbetrieblichen Teil unterrichtet ein vom Ausbildungsverbund eigens eingestellter Lehrer die aktuelle Technik", sagt Werner Trapp, Geschäftsführer der Firma AVC. Unterm Strich gebe es nur Gewinner: Die Azubi bekommen eine hochqualifizierte Ausbildung, der Betrieb kann ihnen schon im zweiten Lehrjahr eigenständige Aufgaben anvertrauen. "Das Modell kann für viele Firmen der Branche, die derzeit nicht ausbilden, interessant sein", so Trapp. Außer praxisrelevanten technischen Fähigkeiten sind es vor allem die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die den Absolventen eine erfolgreiche berufliche Zukunft sichern werden, so Gerald Mechnich vom NDR. Gerade der ausgeprägte Dienstleistungscharakter mache das Berufsbild auch für Frauen interessant. Ihr Anteil dürfe gern größer sein, denn die Erfahrungen seien durchweg positiv, sagt AVC-Geschäftsführer Ralf Schimmel. Eine Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Technischen Betriebswirt Informationselektronik ist die Begeisterung für Technik und für das, was dahinter steckt. "Ich war schon immer technisch interessiert, bin aber eher ein praktischer Typ. Ein Studium an der Uni wäre mir zu theoretisch gewesen", sagt Azubi Nils Dörhöfer. Mitbringen sollte man auch Offenheit im Umgang mit Menschen, Flexibilität und die Bereitschaft, immer wieder neu zu lernen, denn die Informationstechnik gilt als Branche mit extrem hoher Dynamik. Nils Dörhöfer ist von seiner Wahl nach wie vor überzeugt, auch wenn die Anforderungen hoch sind: "Es ist zwar nicht einfach, aber zu schaffen." Um einen Job müssen sich die fertigen TBW wohl keine Sorgen machen. "Für qualifizierte kundenorientierte Dienstleistung gibt es auch in Zukunft einen großen Bedarf", ist sich Ralf Schimmel sicher. Voraussetzung für die Ausbildung zum Technischen Betriebswirt Informationselektronik ist Abitur oder Fachabitur. Die Ausbildung dauert drei Jahre. In 2002 wurden von den 7 Firmen der Kooperation 16 Plätze angeboten (Anzahl der Bewerber: 60). Die Vergütung erfolgt nach Tarif; je nach Betrieb werden monatlich zwischen 400 und 600 Euro gezahlt. Mit dem Abschluss sind die Azubi zugleich Informationselektroniker, die Absolventen können sich den dritten und vierten Teil der Meisterprüfung anerkennen lassen. Bewerbungen können gerichtet werden an die Technische Akademie (TA) der Handwerkskammer Hamburg, Dr. Marianne Ludewig, Holstenwall 12, 20355 Hamburg, oder an den NDR, Controlling und Personalentwicklung, Hugh-Greene-Weg 1, 22529 Hamburg, Eveline Schäfer, Tel. 4156-4313. Ein Praktikum in einem der beteiligten Betriebe ist ratsam. Eine Liste mit freien Plätzen führt die TA. Firmen der Branche, die sich an der Ausbildungskooperative beteiligen möchten, können sich an die Technische Akademie der Handwerkskammer Hamburg wenden. Informationen gibt die Leiterin der Technischen Akademie, Dr. Marianne Ludewig, Telefon 359 05-342, Fax 359 05-369 oder im Internet unter der Adresse die-technische-akademie.de

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus