Was macht eigentlich ein ... ?
Hausinspektor
Thomas Ewald berät Bauherren und Hauskäufer, wenn sie eine Immobilie erwerben wollen. Der 48-Jährige überprüft dafür die Bausubstanz gebrauchter...
Thomas Ewald berät Bauherren und Hauskäufer, wenn sie eine Immobilie erwerben wollen. Der 48-Jährige überprüft dafür die Bausubstanz gebrauchter Häuser, untersucht Wände nach Feuchtigkeit, kontrolliert die Quadratmeterzahl und - was für die Energiebilanz wichtig ist - den Zustand der Fenster und der Dämmung. Ewald ist Hausinspektor, ein Beruf, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist. In den USA ist der Home Inspection Service aber schon lange eine gefragte Dienstleistung. "Hausinspektoren sollten Baufachleute wie Architekten oder Bauingenieure sein mit Weiterbildungen im Bereich Wertermittlung und Baumängel", sagt Jens Gause, Geschäftsführer des bundesweiten Netzwerks Der Hausinspektor.
"Man muss in diesem Beruf sehr gut mit Menschen umgehen können, und zwar sowohl mit Maklern als auch mit Kaufinteressenten", sagt Thomas Ewald. Verhandlungsstärke, Rhetorik und Talent seien entscheidend für seinen Erfolg.
Immer geht es um viel Geld. Der Hausinspektor berät seine Kunden umfassend und wird bei Neubauten schon in der Planungsphase aktiv. Dazu zieht er diskret Erkundigungen über den Bauträger oder den Bauunternehmer ein. Auch die Bauleistungsbeschreibung prüft Thomas Ewald genau. Er ist in ganz Norddeutschland unterwegs, gibt Seminare in Unternehmen und der VHS. Ewald ist gelernter Industriekaufmann, war 18 Jahre lang in Einkaufsabteilungen großer Firmen tätig, bevor er sich vor zehn Jahren selbstständig machte und eine Ausbildung zum Gutachter für Bewertung bebauter und unbebauter Grundstücke absolvierte. "Ich darf keine Rechtsberatung machen und bin kein Bausachverständiger", stellt Ewald klar. "Aber ich hafte 30 Jahre lang für meine Tätigkeit." Bei jeder Prüfung eines Hauses arbeitet der Hausinspektor eine Checkliste ab, "sachlich und wertfrei, während die Interessenten häufig sehr emotionsgeladen sind".
Die Prüfung und Messungen vor Ort dauern bei Einfamilienhäusern etwa 90 Minuten. Dafür braucht Thomas Ewald moderne Messinstrumente, in deren Anschaffung er viel Geld investiert hat. Nach einem Gepräch mit den Kunden folgt dann das Gespräch mit dem Makler, bei dem Ewald für seinen Kunden den Preis verhandelt. Auf Wunsch begleitet er seine Kunden sogar bis zum Notar.













