Perspektiven

Was macht eigentlich ein Frontend-Developer?

Die Internet-Spezialisten sind meistens Quereinsteiger und werden vor allem in großen Werbeagenturen gesucht.

Hamburg. Das Internet bringt immer neue und spezialisiertere Berufe hervor. Der Online-Markt wächst, ebenso wie die Zahl der Nutzer. 41,32 Millionen Deutsche ab 14 Jahren bewegen sich mittlerweile im Netz. Ein ideales Umfeld für Unternehmen, ihre Produkte in Web-Angeboten zu bewerben. Um dies möglich zu machen, arbeiten Web-Designer, Frontend-Developer und Programmierer zusammen.

Kai Hommel ist als Frontend-Entwickler bei der Kommunikationsagentur deepblue networks in Hamburg für die Übersetzung des Designs ins Internet zuständig. Der 31-Jährige erhält die Vorgaben vom Grafikdesigner. "Ich bearbeite das Design mit der Beschreibungssprache HTML und übersetze es quasi für den Browser, damit der Nutzer diese Informationen auf der Website des Kunden anklicken kann."

Bei seiner Arbeit komme es darauf an, die komplexen Informationen so zu verdichten und zu bündeln, dass der Programmiercode "schlank" bleibt und nicht zu viele Ausnahmen enthält. Im nächsten Schritt erstellt der Programmierer dann die entsprechende Software. "Der Frontend-Developer ist ein Schnittstellenberuf zwischen dem Designer und dem Programmierer", sagt Ina Wagner, Personalleiterin bei deepblue. Eine spezielle Ausbildung für den Job gibt es nicht. Kai Hommel ist Fachinformatiker und hat früher in seiner Freizeit Websites erstellt, bevor er in einer Agentur als Webentwickler begann. In der kleineren Agentur hat er das Design ebenso wie die Frontend-Entwicklung gemacht. Seit drei Jahren ist er bei deepblue, die als Kunden beispielsweise Burger King, Swatch und Xing betreuen.

Hommel führt mittlerweile ein Team von sieben Entwicklern. Teamarbeit ist in seinem Job wichtig, ebenso wie Krisenmanagement und Entscheidungsfreude unter Zeitdruck, denn letzterer ist ein ständiger Begleiter. Außerdem brauche ein Frontend-Entwickler viel Geduld. Hommel: "Man muss aber vor allem einen Blick für die Umsetzbarkeit des jeweiligen Designs haben." Und wenn nötig auch vor dem Kunden vertreten, was nicht möglich ist.

Ein Jobeinstieg bietet sich für Informatiker wie auch für Mediengestalter. "Wir verlangen keine bestimmte Ausbildung", sagt Wagner, die im vergangenen Jahr zwei neue Frontend-Developer eingestellt hat. Ein Kollege ist eigentlich Ethnologe.

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