Personalsuche
Wettbewerb um Talente geht auch in der Krise weiter
Eine neue Studie untersucht, wie Unternehmen im Recruiting und Personalmarketing auf den Wirtschaftsabschwung reagieren: Gesucht sind vor allem Vertriebler und Entwickler.
70 Prozent der Unternehmen stellen trotz Rezession weiterhin ein - allerdings restriktiv.
Foto: PA/DPA
Der „War for Talent“ geht trotz wirtschaftlichen Einbruchs weiter. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der HFU Business School der Hochschule Furtwangen und der Unternehmensberatung Promerit AG. Die Unternehmen konzentrieren ihre Aktivitäten aber verstärkt auf Zielgruppen, die für ihren Geschäftserfolg besonders relevant sind. Auch in der Medienpräferenz der um die Talente werbenden Arbeitgeber zeigen sich signifikante Verschiebungen.
70 Prozent stellen weiter ein
An der Online-Befragung nahmen von März bis April 2009 Personalleiter und Recruiting-Verantwortliche aus 289 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Es zeigte sich, dass die meisten Unternehmen (70 Prozent) trotz Rezession weiterhin einstellen, allerdings restriktiv. Arbeitgeber fokussieren ihr Recruiting derzeit auf strategisch wichtige Unternehmensbereiche. Konkret planen Unternehmen Neueinstellungen insbesondere im Vertrieb (41 Prozent) sowie in Forschung & Entwicklung (25 Prozent).
Für die Ansprache von Talenten nutzen Unternehmen persönliche Netzwerke und das Internet. 25 Prozent setzen vermehrt auf Mitarbeiterempfehlungen (Mitarbeiter werben Mitarbeiter) oder auf eine direkte Ansprache viel versprechender Kandidaten über Social Community Plattformen wie Xing (23 Prozent).
Kontakte zu guten Kandidaten werden gepflegt
Vor allem konzentrieren sie die Bemühungen der Unternehmen auf einen Ansatz, der schon vor der Krise unter der Bezeichnung „Talent Relationship Management“ diskutiert wurde: Sie bauen Pools viel versprechender Kandidaten auf, zu denen sie systematisch Kontakt aufbauen und pflegen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt für das Unternehmen zu gewinnen. So stimmen 83 Prozent der Aussage zu „Wir pflegen Beziehungen zu guten Kandidaten, selbst wenn wir sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht einstellen“.
Abgeworben wird selten
Die aktuelle Rezession bietet Unternehmen Chancen – die aber derzeit in den meisten Fällen noch ungenutzt bleiben. Unternehmen optimieren ihre Maßnahmen im Recruiting und Personalmarketing anstatt die Schwäche ihrer Wettbewerber systematisch zu nutzen. So geben 57 Prozent der Unternehmen an, ihre Recruiting-Prozesse optimieren zu wollen. 53 Prozent investieren in ihre Arbeitgebermarke. Demgegenüber äußern nur 13 Prozent, dass sie Kandidaten nun gezielt von Wettbewerbern abwerben. Dieses Ergebnis zeigt, dass Unternehmen im deutschsprachigen Raum beim Werben um die Talente nach wie vor mehr Wert auf Fairness als auf harten Wettbewerb legen.
Info:
Die vollständige Studie kann per E-Mail beim Autor, Professor Dr. Armin Trost
von der Uni Furtwangen, angefordert werden: trost@hs-furtwangen.de





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