Unterhalt für die Eltern - so wird gerechnet

Familie Ausgangssituation: Die unterhaltspflichtige Tochter ist verheiratet und hat nur einen 400-Euro-Job. Ihr Mann verdient 3700 Euro netto. Zur Familie gehört ein 14-jähriges Kind. Es gibt kein weiteres Vermögen. Das Sozialamt zahlt für den Heimaufenthalt der Mutter 1800 Euro.

⊃1;) Nach Düsseldorfer Tabelle, abhängig vom Alter des Kindes ⊃2;) Angenommen wurde der Höchstbeitrag von 2100 Euro, abzüglich Zulagen. ⊃3;) Fondssparplan

Fazit: Der Selbstbehalt der Familie ist höher als das bereinigte Einkommen. Das Sozialamt kann keinen Unterhalt von der Frau verlangen.

Ehepaar Ausgangssituation: Doppelt verdienendes Ehepaar ohne Kinder. Die unterhaltspflichtige Frau verdient 1900 Euro netto, der Ehemann 2000 Euro. Das Sozialamt zahlt für den Heimaufenthalt ihres Vaters 1000 Euro.

⊃1;) 4% des Vorjahresbrutto, abzüglich der Zulagen

Fazit: Der Anteil der Frau am Familienselbstbehalt beträgt rund 52 Prozent. Danach richtet sich das freie Einkommen des Unterhaltspflichtigen. Das Sozialamt kann 93 Euro monatlich verlangen. Die restlichen 907 Euro muss es selbst übernehmen.

Lediger Sohn Ausgangssituation: Der unterhaltspflichtige Sohn lebt allein und hat auch keine Kinder. Das Sozialamt zahlt für den Heimaufenthalt seines Vaters 1200 Euro.

Fazit: Das bereinigte Einkommen liegt deutlich über dem Selbstbehalt. Deshalb muss der Sohn von seinem frei verfügbaren Einkommen die Hälfte, also 583 Euro, für den Heimaufenthalt seines Vaters einsetzen. Den Rest muss das Sozialamt übernehmen.


Alle Berechnungen nach einem von Fachanwalt Jörn Hauß entwickelten Rechenmodul in Exel. Dieses Modul ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall, kann aber auf der Internetseite www.anwaelte-du.de unter "Aktuelles" heruntergeladen werden.